28.08.2000

28. August 2000 Betr.: Titel

Menschenaffen sind scheue Wesen. In freier Wildbahn ist es nicht leicht, die behaarten Brüder und Schwestern des Homo sapiens zu studieren. Titel-Autor Jürgen Neffe, 44, reiste nach Uganda, um den Tieren näher zu kommen. Geführt von Rangern marschierte der promovierte Biochemiker sechs Stunden im Bwindi-Nationalpark durch den berüchtigten "impenetrable forest", den undurchdringlichen Nebelwald an der Grenze zum Kongo. Dann traf er auf eine achtköpfige Gruppe von Berggorillas: "Der Blick in die Augen des vier Zentner schweren Silberrückens, des Chefs, ist faszinierend und unheimlich zugleich." Auf Ngamba Island, einer Insel im Victoriasee, wo von Zöllnern konfiszierte Schimpansen ausgewildert werden, konnte Neffe dann Tuchfühlung mit den Tieren aufnehmen. Zuvor musste der Reporter aber die Taschen leeren und auch seine Brille in der Wildhüterstation zurücklassen: Die neugierigen Tiere untersuchen jeden Eindringling in ihre Welt äußerst genau und nehmen sich alles, was ihnen in ihre Hände fällt. "Anfänglich blieben die Affen auf Distanz", so Neffe, "erst als sie mich nach Läusen absuchen durften, akzeptierten sie meinen Besuch" (Seite 212).

DER SPIEGEL 35/2000
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