28.08.2000

Madeleine Albright,

Madeleine Albright, 63, US-Außenministerin, nutzt gelegentlich auffallende Broschen für hintergründige Signale auf dem diplomatischen Parkett und animierte damit 62 Schmuckdesigner aus 14 Ländern. Die wollen den wirkungsvollen, aber konventionellen Schmuck der Diplomatin durch ästhetisch anspruchsvolleres Kunsthandwerk ersetzen und kreierten Broschen, die die Aufgaben heutiger Diplomatie, Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit, symbolisieren. Das Ergebnis zeigt die Ausstellung "Brooching it diplomatically" (diplomatisch gesteckt) seit Sonntag im Berliner Kunstgewerbemuseum Tiergarten. Spätestens als die Presse im Irak 1994 die streitbare Diplomatin mit einer Schlange verglich und Albright daraufhin bei einem Treffen mit dem irakischen Vizepremier Asis prompt eine Schlangenbrosche trug, wurde das symbolische Spiel der Außenministerin bekannt. Ob sie sich allerdings zu ihrem naturalistischen Getier wie dem Adler als Zeichen amerikanischer Größe oder der Hummel (Albright: "Flattern wie ein Schmetterling, stechen wie eine Biene") einige der modernen Broschen sichern wird, bleibt abzuwarten. Der "Liberty"-Kopf mit zwei eingearbeiteten Uhren jedenfalls könnte der Vielfliegerin auch noch nützlich sein.

DER SPIEGEL 35/2000
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