11.09.2000

DIGITALABGABEMehr Geld für Künstler

Noch wehrt sich die Computerindustrie hartnäckig, doch eine Urheberabgabe auf PC und andere Multimediageräte mit Kopierfunktionen wird bald Realität. Ähnlich wie schon jetzt bei Fotokopierern oder Kassetten- und Videorecordern müssen die Kunden dann auch beim Kauf eines Computers eine Abgabe zahlen, die Autoren und Musikern sowie Verlagen und Produzenten zugute kommt. Nur so werde sichergestellt, verteidigt Justizministerin Herta Däubler-Gmelin ihren Vorstoß, dass die Kreativen angesichts ständig verbesserter Kopiertechniken, etwa durch CD-Brenner und MP3-Player, "angemessen an den Erträgen ihrer Arbeit beteiligt werden". Wie hoch die Kopierprämie ausfällt, die über so genannte Verwertungsgesellschaften auch an ausländische Künstler wie Christina Aguilera oder den US-Schriftsteller Stephen King fließen soll, ist noch ungewiss. Während die Computerbranche Horrorzahlen über mögliche Preiserhöhungen von 30 Prozent verbreitet, rechnen Experten der Musikindustrie mit Abgaben von deutlich weniger als zehn Prozent des Verkaufspreises: In einem internen Verbandspapier ist von 40 und 80 Mark pro PC die Rede. Da die bestehenden Abgaben seit 1985 nicht mehr erhöht wurden und die Einnahmen insgesamt sogar rückläufig sind, sollen gleichzeitig auch die Vergütungen für Cassettenrecorder (zurzeit 2,50 Mark), Videorecorder (18 Mark) erhöht werden.

DER SPIEGEL 37/2000
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