11.12.2000

11. Dezember 2000 Betr.: EM.TV

Am 6. Dezember vergangenen Jahres berichtete der SPIEGEL über einen "Schuss Größenwahn": Redakteur Hans-Jürgen Jakobs, 44, schilderte den Aufstieg des Medienunternehmers Thomas Haffa und dessen Firma EM.TV als "Erfolgsgeschichte mit Fragezeichen" - und mit gewaltigen Risiken für die Anleger. Seitdem hat Jakobs immer wieder über Haffa und dessen wundersame Geldvermehrung geschrieben. Viele Freunde machte er sich damit nicht. "Das ist keine Seifenblase, auch wenn Sie das immer wieder schreiben", blaffte ihn Haffa im April an. Das Magazin "Focus", das die Aktie ("Anlegers Liebling") immer wieder zum Kauf empfohlen hatte, höhnte über die Hamburger "Neidkultur": Der SPIEGEL bemäkele den für ihn "unerklärlichen Höhenflug von Ausnahmewerten wie EM.TV" und lege gar den Ausstieg nahe. Nun kam der Absturz, und der SPIEGEL, so die "Börsen-Zeitung" in der vergangenen Woche anerkennend, habe das Verdienst, bereits ein Jahr zuvor "in dramatischem Ton auf die Risiken aufmerksam gemacht zu haben". Haffa selbst räumte im Gespräch mit seinem Kritiker Jakobs und Redakteur Armin Mahler zerknirscht ein: "Ja, wir haben Fehler gemacht" (Seite 86).

DER SPIEGEL 50/2000
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