11.12.2000

BRANDENBURGFalscher Professor

Das Kultusministerium von Sachsen-Anhalt wird dem brandenburgischen Wissenschaftsstaatssekretär Christoph Helm (CDU) voraussichtlich den Professorentitel entziehen. Der promovierte Altsprachler, der seit 1. November die Aufsicht über die rund 700 Professoren an Brandenburgs Hochschulen führt, war 1995 vom ukrainischen Luftfahrtinstitut Charkow zum Honorarprofessor ernannt worden. Im selben Jahr beantragte er in Sachsen-Anhalt, wo er als Ministerialdirigent arbeitete, die Anerkennung des Titels - vergebens. Fünf Jahre später, wenige Tage vor seinem Wechsel nach Brandenburg, erhielt er jedoch in Magdeburg eine von einem Ministerialdirigenten unterzeichnete "Urkunde" ausgehändigt, die es ihm erlaubt, den Titel "Prof." zu tragen. Dieses Verfahren, so das Magdeburger Kultusministerium, "genüge weder den rechtlichen Anforderungen des Landes noch den Vorgaben über eine Beteiligung der Kultusministerkonferenz". Die Umstände der Urkundenverleihung von Ministerialdirigent zu Ministerialdirigent seien nicht nachvollziehbar. Darum wird der Entzug des Titels geprüft. Helm sagte dazu, er könne sich den "kuriosen Vorgang" nicht erklären. Das unrechtmäßige Tragen eines Titels ist strafbar.

DER SPIEGEL 50/2000
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 50/2000
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

BRANDENBURG:
Falscher Professor

  • Erster Filmtrailer: "James Bond 007 - Keine Zeit zu sterben"
  • Nato-Gipfel in London: Staatschefs witzeln offenbar über Trump
  • Traumtore in Ligue 1: Hackentor Mbappè, Elfmeter Neymar
  • Anhörung im US-Kongress: Rechtsprofessoren halten Impeachment-Verfahren gegen Trump für gerechtfertigt