11.12.2000

KABINETTStarker Tobak

Wirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) kämpft weiter gegen das geplante Verbot kräftiger Zigaretten in der Europäischen Union. Zumindest für den Export in außereuropäische Länder müsse es deutschen Tabakbauern und der Tabakindustrie weiterhin erlaubt sein, nikotin- und teerstarke Rauchwaren herzustellen. Andernfalls droht er rechtliche Schritte an: Die Bundesregierung solle sich vorbehalten, die geplante Tabakrichtlinie "vor dem Europäischen Gerichtshof überprüfen zu lassen". Heftigen Streit hat sich Zigarillo-Raucher Müller deshalb mit der grünen Gesundheitsministerin Andrea Fischer eingehandelt. Es sei "unglaubwürdig, Tabakwaren in Drittstaaten zu exportieren, wenn diese aus Gesundheitsgründen in Deutschland und Europa verboten sind", so ihr Ministerium. Beim Treffen des EU-Gesundheitsministerrats am kommenden Donnerstag in Brüssel will Fischer daher trotz Müllers Protest für die Richtlinie und das Exportverbot stimmen. Künftig müssten Raucher also auf Zigaretten verzichten, deren Rauch mehr als 10 Milligramm Teer, 1,0 Milligramm Nikotin und 10 Milligramm Kohlenmonoxid enthalten. Auch die derzeit verkäufliche Marlboro oder HB fielen unter das Verbot.

DER SPIEGEL 50/2000
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 50/2000
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

KABINETT:
Starker Tobak

  • "Star Wars"-Finale: Zeit für Antworten es ist
  • Wir drehen eine Runde: Mazda 3 Skyactive X: Der Benziner mit dem Diesel-Gen
  • Neue Protestbewegung in Italien: Sardinen gegen Salvini
  • Nach der britischen Parlamentswahl: "Ich bin sehr beunruhigt"