11.12.2000

ISRAELSchwert gegen Dreispitz

Die Intifada der Palästinenser droht Israel bei vorgezogenen Neuwahlen einen Rechtsruck zu bescheren: Im Likud kommt es zum Machtkampf zwischen Scharon und Netanjahu, der auf ein Comeback als Premier hofft. Von Uri Avnery
So einen Ausbruch der Freude hatte Israel noch niemals erlebt. Es war am 17. Mai des vorigen Jahres, dem Tag, an dem Israel einen neuen Ministerpräsidenten und eine neue Knesset wählte. Um zehn Uhr abends gab das Fernsehen bekannt: Benjamin Netanjahu hatte die Wahlen verloren, Ehud Barak war mit großer Mehrheit gewählt.
Was dann passierte, war beispiellos. Vollkommen spontan liefen in Tel Aviv Zehntausende zum Rabinplatz vor dem Rathaus. Bis Mitternacht waren es mehr als 100 000. Fremde umarmten sich, sangen, tanzten, schrien begeistert. Der Taumel dauerte bis zum frühen Morgen. Nach nur drei Jahren war Netanjahu aus dem Amt des Premiers vertrieben.
Beinahe alle Israelis waren sich einig, dass Netanjahu ein Unglück für Israel war, dass er die Stimmung im Lande vergiftet, den Friedensprozess zerstört und Israels Ansehen in der Welt herabgesetzt hatte.
Heute, kaum 19 Monate später, sagen alle Meinungsumfragen, dass Netanjahu mit großer Mehrheit wiedergewählt wird, wenn Neuwahlen - wie vorgesehen - in ein paar Monaten stattfinden. Keiner hat für diese Erscheinung eine Erklärung.
Der Mann, der sich am meisten vor dem Comeback Netanjahus zu fürchten hat, ist sein Nachfolger als Führer der Likud-Partei: Ariel Scharon.
An sich ist das seltsam. Scharon ist der Mann, der den Likud - einen Zusammen-
schluss von vier rechten Parteien - vor 27 Jahren mitgegründet hat. Er war schon ein 21-jähriger Hauptmann, als Netanjahu 1949, ein Jahr nach Israels Staatsgründung, geboren wurde. Und er war ein berühmter General, als Netanjahu als junger Rekrut in die Armee eingezogen wurde. Im Gegensatz zu Netanjahu war Scharon nie in einen Geldskandal verwickelt.
Man könnte sich kaum zwei ungleichere Gegner vorstellen. Es erinnert an Gladiatorenkämpfe in der römischen Arena, in denen ein Retiarius, nur in eine kurze Tunika gekleidet, sich bemühte, mit einem Netz den gepanzerten und schwer bewaffneten Secutor zu fangen, um ihm dann mit einem Dreispitz den Garaus zu machen. Er tanzte um seinen Gegner herum, der sich nur schwer bewegen konnte. Wenn es diesem aber gelang, ihm nahe zu kommen, war es sein Ende.
Der 72 Jahre alte Scharon ist ein schwerer Gladiator, körperlich und geistig. Er denkt langsam, bewegt sich langsam mit den schwerfälligen Schritten eines alten Bauern, der er auch ist. Netanjahu ist ein leichter Politiker, leichtzüngig, leicht verständlich, manchmal leichtfertig; am Anfang haben viele auch geglaubt, er wäre ein Leichtgewichtler.
Sie wurden eines Besseren belehrt. Der Mann, der scheinbar von nirgendwoher kam, den seine Parteikollegen zuerst mit Herablassung behandelten, entpuppte sich als formidabler Konkurrent.
Scharon gehört einer Generation an, die die alten zionistischen Parolen verinnerlicht hat. Netanjahu gehört zu der Generation, die im TV-Zeitalter aufgewachsen ist. Seine Art, dieses Instrument zu beherrschen und sich untertänig zu machen, ist seine hervorragendste - manche sagen, seine einzige Begabung.
Eines haben beide gemeinsam: Sie sind im Lande geboren, also "Sabras".
Scharon kam in einem Gemeinschaftsdorf ("Moschaw") zur Welt. Seine Eltern hatten sich in Russland getroffen. Der Vater, Agronom Scheinermann, war selten zu Hause. Die Mutter hat ihn auf dem Bauerngut der Familie erzogen. Sie war eine harte, verbissene Frau, stets mit allen verfeindet. Scharon erzählt gern, dass er sich einmal, als Kind, verletzt hatte und seine Mutter ihn blutend auf einem Esel zum Arzt im Nachbardorf brachte, weil sie die Klinik im eigenen Dorf boykottierte. Die Parole war immer: Ich gegen alle.
Jeden Morgen fuhr der junge Scharon zum Gymnasium im rund 15 Kilometer entfernten Tel Aviv. Vom Hauptbahnhof dort ging er eine halbe Stunde zu Fuß zur Schule und dann wieder zurück, um die paar Groschen für die Autobusfahrt zu sparen. Der Existenzkampf der Bauern war schwer, man lebte an der Grenze der Armut. Das Dorf gehörte natürlich zur Arbeiterpartei, die damals das politische Leben in der jüdischen Gemeinschaft Palästinas beherrschte.
Netanjahu kommt aus einer anderen Umgebung. Sein Vater Benzion, ein Geschichtsprofessor, war ein verbissener Anhänger der Revisionistischen Partei, der damaligen rechtsradikalen Opposition und Vorfahr der heutigen Likud-Partei. Benzion Netanjahu, dessen Spezialgebiet die Judenverfolgungen in Spanien sind, brachte es nie zu einer richtigen Karriere in Israel. Er war überzeugt, dass er wegen seiner ultrarechten Ansichten von der akademischen Gemeinschaft in Israel verfolgt wurde, und nahm seine Familie nach Amerika, wo der junge Benjamin, allgemein Bibi genannt, aufwuchs. Vorher lebte die Familie in Jerusalem in einem enteigneten arabischen Haus, dessen Besitzer im Krieg von 1948 hatten flüchten müssen.
Zu Hause war der Vater uneingeschränkter Diktator. Er durfte unter keinen Umständen gestört werden, die Kinder durften keine Freunde einladen, sie durften überhaupt nicht gehört werden. Körperlicher Kontakt mit den Eltern war undenkbar.
Benjamin wuchs im Schatten seines älteren Bruders Jonathan auf - ein allgemein beliebter Junge, athletisch, wohlgestaltet, sehr begabt, romantisch veranlagt. Er fiel später als Kommandeur einer Kommandoeinheit bei der legendären Geisel-Rettungsaktion in Entebbe und wurde zum Nationalhelden.
Der junge Benjamin war mehr geachtet als beliebt, ein Musterschüler, mehr fleißig als natürlich begabt. Nach dem Tod seines Bruders kam er nach Israel zurück, diente in derselben Kommandotruppe wie sein Bruder (Befehlshaber: Ehud Barak). Er war auch dort als Mustersoldat geachtet, aber nicht beliebt. Ein einsamer Mensch.
Netanjahus Biografie ist ziemlich dürftig, die von Scharon kann Bücher füllen. Er war der Führer einer nichtoffiziellen Armeetruppe (Einheit 101), die Anfang der fünfziger Jahre jenseits der Grenzen blutige "Vergeltungsaktionen" verübte. In einer Nacht brachten seine Soldaten im westjordanischen Dorf Kibja 60 Männer, Frauen und Kinder um als Vergeltung für die Ermordung einer israelischen Frau und ihrer zwei Kinder.
In den drei folgenden Kriegen - 1956, 1967 und 1973 - bewährte sich Scharon als General, dessen Schlachten im Sinai heute studiert werden. Er galt als ausgezeichneter taktischer Führer, ohne strategischen Blick - eine Eigenschaft, die man ihm auch in der Politik nachsagt. Bei seinen Soldaten war er populär, bei seinen Kollegen äußerst unbeliebt.
Der Grund dafür wurde im Jom-Kippur-Krieg von 1973 offenkundig. General Scharon sollte den Weg zum Suez-Kanal öffnen, eine andere Division sollte dann die andere Seite des Kanals erobern. Scharon gönnte aber keinem Kollegen diesen Ruhm: Er bäumte sich gegen die Befehle auf, überquerte den Kanal selbst, obwohl die Flanken nicht gesichert waren, und wurde im Volk als Sieger gekrönt. Darauf entbrannte ein "Krieg der Generäle", Scharon gegen alle, alle gegen Scharon. Wie bei Muttern.
Vorher hatte sich Scharon als Kommandeur im besetzten Gaza-Streifen bei der "Befriedung" bewährt. Seine Methode war einfach: Jeder Palästinenser, der mit einer Waffe gefasst wurde, wurde auf der Stelle hingerichtet. "Ich habe nie einen Gefangenen erschossen", sagte er mir einmal, "ich habe einfach keine Gefangenen gemacht."
Scharon trat aus der Armee aus, als klar wurde, dass das Offizierskorps ihn nicht als Generalstabschef akzeptieren würde. Er hatte im Laufe der Zeit zu vielen auf die Füße getreten.
Während all dieser Zeit war Netanjahu ein Schüler in den USA, ein junger Offizier in der Truppe seines gefallenen Bruders, dann Student in Harvard. Man kannte ihn höchstens als "Jonathans Bruder".
General Scharon stieg beinahe 20 Jahre vor Hauptmann Netanjahu in die Politik ein. Nachdem er es fertig gebracht hatte, die Rechtsparteien im Likud ("Vereinigung") zusammenzubringen, wurde er schnell ungeduldig. Er trat ein, dann aus und versuchte 1976 eine eigene Partei, Schlomzion, zu gründen. Sie sollte Linke und Rechte vereinigen, den Palästinensern helfen, König Hussein in Jordanien zu stürzen und dort einen Palästinenserstaat zu errichten. Als er hörte, dass ich geheime Kontakte mit der PLO pflegte, bat er mich, ihm ein Treffen mit Arafat zu arrangieren. Als die Palästinenser hörten, um was es ging, weigerten sie sich natürlich.
In den Wahlen von 1977 kam Menachem Begin an die Macht, die Partei Scharons erlitt eine demütigende Niederlage. Er lernte schnell die Lektion, trat wieder in den Likud ein und wurde Minister. Von da an rückte er von Jahr zu Jahr mehr nach rechts. Trotzdem war er es, der im Auftrag Begins, nachdem der Friedensvertrag mit Ägypten zustande kam, die jüdischen Siedlungen im Sinai zerstörte und dafür sorgte, dass eine ganze Stadt, Jamit, wie seinerzeit Karthago, buchstäblich dem Erdboden gleichgemacht wurde.
Scharon war es, der als Verteidigungsminister 1982 Begin veranlasste, in den Libanon einzumarschieren. Erst 28 Jahre und 1500 israelische Tote später, im Mai dieses Jahres, gelang es Israel, sich von dort endgültig abzusetzen. Scharon selbst musste schon 1983 sein Amt verlassen: Eine hochrangige israelische Untersuchungskommission bezichtigte ihn, für das Massaker von Sabra und Schatila die "indirekte" Verantwortung zu tragen.
Aber sein Hauptbeitrag zur jetzigen Situation war die Siedlungspolitik. Seit 1977 - ob als Minister für Landwirtschaft, Verteidigung, Industrie und Handel, Wohnungsbau oder im Auswärtigen Amt - war seine Hauptbeschäftigung, Siedlungen in den besetzten palästinensischen Gebieten zu errichten. Sein Ziel: ein Netz von Siedlungen so zu schaffen, dass nie ein unabhängiger Staat Palästina zustande kommen könnte. Es sollte höchstens zerstückelte, voneinander getrennte Kantone geben, jede von jüdischen Siedlern und den sie beschützenden Soldaten umringt. Das ist der Hauptgrund für den jetzigen Krieg.
Kein Premier hat es bisher gewagt, auch nur eine kleine Siedlung zu räumen. Deshalb kann man sagen, dass Scharon die Politik aller israelischen Regierungen, auch die Baraks, im voraus bestimmt hat.
Netanjahu hat gegen diesen langen Werdegang wenig vorzuweisen. Vielleicht ist das sein Glück. Scharon erscheint als altmodisch, Netanjahu repräsentiert die moderne Zeit.
Er gehört zu der Sorte von Politikern, die es überall in der Welt gibt: nationalistische Demagogen, die ihre Karrieren auf der Angst, dem Fremdenhass und den Vorurteilen der Massen aufbauen. Dazu kommt eine professionelle Einstellung zur Politik: die Benutzung des Fernsehens als beinahe einziges Mittel; die Methode, die Resultate von Meinungsumfragen in Propagandatricks umzusetzen. Da kann Scharon einfach nicht mithalten.
Netanjahu trat erst in den achtziger Jahren in die Politik ein und wurde sofort zum Fernsehstar. Als Chefdelegierter in der Uno erschien er beinahe täglich in den amerikanischen Medien und benutzte sein gutes Amerikanisch, um die Palästinenser als Erzterroristen zu brandmarken.
Als Likud-Führer Jizchak Schamir die Wahlen 1992 verlor, war der Weg für Netanjahu frei. Keiner dachte an Scharon. Der neue Mann war viel zu attraktiv. Ein neues Wahlgesetz, das bestimmt, dass der Regierungschef direkt und unabhängig vom Parlament gewählt wird, war wie für ihn zugeschnitten.
Nach dem Osloer Abkommen vom September 1993 war Netanjahu einer der Politiker, die eine hemmungslose Hetze gegen Rabin führten. Der wurde als Verräter, als ein zweiter Petain, verschrien. Netanjahu sprach von einem Balkon zu den Massen in Jerusalem. Später behauptete er, er habe nicht gesehen, dass unten ein Plakat Rabin in SS-Uniform zeigte. Er habe auch nicht gesehen, dass bei einer anderen Demonstration vor ihm ein Sarg getragen wurde, auf dem der Name Rabins stand.
Als Rabin ermordet wurde, sah es aus, als hätte ein Mann wie Netanjahu keine Chancen mehr. Das Land war über die rechtsradikalen Demagogen empört. Rabins Partner Schimon Peres übernahm die Führung der Arbeitspartei. Er konnte einfach die Neuwahlen nicht verlieren. Aber der unglückselige Peres, der nie in seinem Leben eine Wahl gewonnen hat, verlor auch diese. Mit 47 Jahren war Netanjahu an der Macht.
Als Regierungschef tat er, was er am besten kann: im Fernsehen glänzen. Ansons-
ten war seine Amtszeit ein Desaster. Um populär zu sein, ließ er einen Tunnel am Tempelberg in Jerusalem öffnen, es folgte ein Blutbad, in dem 70 Israelis und Palästinenser ihr Leben verloren. Netanjahu wurde nach Amerika befohlen und musste den Großteil der palästinensischen Stadt Hebron aufgeben.
Danach, wieder um Popularität zu gewinnen, genehmigte er dem Geheimdienst, einen Führer der fundamentalistischen islamischen Hamas-Organisation auf offener Straße in der jordanischen Hauptstadt durch eine Giftspritze zu ermorden. Die Täter wurden entdeckt, der empörte jordanische Monarch zwang Netanjahu, sofort ein Gegengift zu liefern, um das Leben des Opfers zu retten - und dazu noch den Hamas-Chef Jassin, einen gelähmten Scheich, aus dem Gefängnis zu entlassen. Jetzt leitet Scheich Jassin im Gaza-Streifen die Anschläge gegen Israel.
Netanjahus Bilanz wurde zusehends schlechter. Der Friedensprozess stockte; die lebenswichtigen Beziehungen mit Präsident Bill Clinton froren ein; die Popularität, die Israel in aller Welt durch Rabin gewonnen hatte, schwand. Innenpolitisch tat Netanjahu so gut wie nichts. Die Wirtschaft hinkte, die Arbeitslosigkeit stieg.
Demgegenüber stand sein glänzender Erfolg, die Massen zu gewinnen. Obwohl er selbst ein Sprössling der aschkenasischen (aus Europa stammenden) Elite ist, verstand er, die Massen der orientalischen, entwurzelten und benachteiligten Juden dazu zu bringen, sich mit ihm vollkommen zu identifizieren. Ein Kommentator nannte das spöttisch "ein beschnittener Peronismus". Netanjahu war auch Darling der religiösen Kreise, obwohl er nicht koscher isst und mindestens dreimal öffentlich Ehebruch begangen hat - eine Sünde, auf die in der Bibel die Todesstrafe steht.
Als ein Gegner ihm vorwarf, nur der Pöbel unterstütze ihn, ließ er im ganzen Land Aufkleber mit der Parole verteilen: "Ich bin ein stolzer Pöbel."
Am Ende war das nicht genug. Bei vielen Israelis wurde er zu einer Hassfigur. Zunehmend isoliert, wurde er nach nur drei Jahren im Amt von einer Koalition der linken und der ultrarechten Fraktionen gestürzt. Am Tage der Niederlage dankte er von allen seinen Ämtern ab.
Die Lage des Likud nach den Wahlen war so schlecht, dass keiner Lust hatte, die Führung zu übernehmen. Nur der alte Haudegen Scharon war dazu bereit. Schon über 70, war das seine letzte Chance.
Vergangene Woche kam Netanjahu für ein paar Tage nach Israel zurück, nachdem er monatelang seinen Geschäften in Amerika nachgegangen war. Er erhält 50 000 Dollar für einen Vortrag, große Firmen zahlen ihm Riesensummen, damit er seine internationalen Beziehungen einsetzt.
Vor kurzem beschloss Israels Generalstaatsanwalt nach einer Untersuchung, die mehr als ein Jahr dauerte, Netanjahu nicht vor Gericht zu stellen. Es wurde ihm vorgeworfen, sich wertvolle Geschenke, die er als Premier erhalten hatte und die laut Gesetz dem Staat gehören, angeeignet zu haben. Außerdem sollen er und seine unpopuläre Frau Sarah versucht haben, große Summen, die sie für Privatangelegenheiten schulden, als Staatskosten zu buchen.
Aber am Flughafen von Tel Aviv wurde "Bibi" wie ein Triumphator empfangen. In allen Medien wurden seine nichts sagenden Slogans wieder und wieder durchgegeben. Bekannte Kommentatoren diskutierten, ob es einen "neuen Netanjahu" - wie einst einen "neuen Nixon" - gäbe.
Warum? Weil die Meinungsumfragen besagen, dass er heute Barak bei Neuwahlen und Scharon bei internen Parteiwahlen mit Leichtigkeit schlagen könnte. Da zwischen Scharon und Netanjahu nicht der geringste ideologische und politische Unterschied besteht, bleibt nur eine praktische Frage: Wer von den beiden kann Barak besiegen?
Das erzeugt einen seltsamen Zustand: Barak und Scharon haben ein gemeinsames Interesse, Neuwahlen zu verhindern und eine "Regierung der Nationalen Einheit" zu bilden. Damit wäre Netanjahu bis November 2003 ausgeschaltet.
Der palästinensische Freiheitskampf (offiziell als "gewalttätige Ausschreitungen" gebrandmarkt) liefert dafür einen wie bestellten Grund. Aber nachdem die Knesset, beinahe zufällig, beschlossen hat, sich nach nur eineinhalb Jahren aufzulösen, ist es schwer, die Wahlen wieder zu verschieben. Die Linken wissen, dass mit Scharon in der Regierung auch die kleinste Chance für einen Frieden verschwinden wird. Die Rechten wollen mit Netanjahu wieder an die Macht kommen.
Aus dem Hintergrund tönt die Stimme des "stolzen Pöbels": Bibi, komm zurück!
* Vor dem Haus von Premierminister Ehud Barak. * Mit US-Präsident Bill Clinton (M.) am 13. September 1993 in Washington. Avnery, 77, linker Publizist und Friedensaktivist, wurde in Beckum (Westfalen) geboren, emigrierte 1933 nach Palästina und lebt heute in Tel Aviv.
Von Uri Avnery

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