11.12.2000

OPERKraft der Liebe

Was zweimal gut war, wird auch ein drittes Mal gut laufen - dass diese simple Theorie stimmen kann, zeigt der Triumph, den das Todesstrafen-Drama "Dead Man Walking" derzeit in einer Opernfassung feiert. 1993 veröffentlichte die katholische Nonne Helen Prejean einen Bericht über ihre seelsorgerische Arbeit mit Todeskandidaten, das Buch wurde zum Bestseller; die gleichnamige Hollywood-Verfilmung (mit Susan Sarandon und Sean Penn in den Hauptrollen) heimste 1996 einen Oscar ein. Darauf nutzte der bis dato wenig bekannte US-Komponist Jake Heggie, 39, den tragischen Stoff als Vorlage für eine Oper. Im Oktober wurde das Werk - mit einem Libretto des Dramatikers Terrence McNally ("Corpus Christi") - in San Francisco mit so großer Resonanz uraufgeführt, dass inzwischen acht weitere amerikanische Opernhäuser ihr Interesse angemeldet haben. Selbst aus Europa liegen Anfragen vor, die CD soll im Januar auf den Markt kommen. Der Erfolg hat den Komponisten Heggie zwar "unglaublich beeindruckt", überraschend ist die Begeisterung für ihn nicht. "Dead Man Walking" sei "eine perfekte Geschichte für die Oper", schwärmt Heggie, "dramatisch, menschlich, eine Geschichte über Vergebung und die Kraft der Liebe".

DER SPIEGEL 50/2000
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


  • Folgen des Brexit: Wie die Eliteuni Cambridge jetzt schon leidet
  • Viktoriafälle in Simbabwe und Sambia: "Es ist die längste Trockenzeit, die wir jemals hatten"
  • 73-jährige rennt von England bis Nepal: 10.000 Kilometer - allein und zu Fuß
  • Demokratiebewegung: Zehntausende gehen in Hongkong auf die Straße