11.12.2000

AUSSTELLUNGENWettbewerb der Schönsten

Der "Abstand von der Brustwarze zur Halsgrube" wurde ebenso ausgemessen wie der "Fessel-Umfang" und die "Stärke der Unterlippe". Scheinbar wissenschaftlichen Kriterien mussten sich 1948 die Bewerberinnen um den Titel der "Miss Germany" unterwerfen - die (männlichen) Juroren hatten eine "10 000-Punkte-Tabelle" zur Bestimmung der "idealen Frau" entwickelt. Anhand von Fotografien, Dokumenten und Miss-Reliquien blickt jetzt die kulturhistorische Ausstellung "Miss Germany. Eine schöne Geschichte" auf ein Jahrhundert deutscher Beauty-Besessenheit zurück: Detail- und anekdotenreich wird das Geschäft mit der Schönheit beschrieben - und analysiert, wie Politik und Zeitgeist das Miss-Management beeinflussten (bis zum 25. Februar im Bonner Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland). Feministischer Kritik an der "Fleischbeschau" begegnen die Ausstellungsmacher mit dem Argument, dass Schönheitsköniginnen wie Susanne Erichsen (Siegerin 1950), Petra Schürmann (Miss World, 1956) und Verona Feldbusch (1993) zielstrebig "das Erfolgspotenzial des Titels" (Katalog) zum Karriere-Einstieg nutzten.

DER SPIEGEL 50/2000
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