11.12.2000

GESTORBENRolf Heyne

Rolf Heyne, 72. Schon früh bewies er seine Geschäftstüchtigkeit. In den fünfziger Jahren überzeugte er seinen Vater, den Gründer des Wilhelm Heyne Verlags, unterhaltsame Taschenbücher ins Programm zu nehmen. Heyne senior war von den kleinen Büchern nicht besonders begeistert, ließ dem Verleger in spe aber freie Hand. Bald war der Verlag Branchenführer bei Taschenbüchern - obwohl deren Aufmachung oft als "reißerisch" kritisiert wurde. Heyne galt zuletzt als Deutschlands größter Privatverleger (176 Millionen Mark Umsatz 1999). Neben der Massenproduktion von Unterhaltungsliteratur - Heinz G. Konsalik, Stephen King, Utta Danella sorgten für floriende Geschäfte - leistete sich der Patriarch auch hochpreisige Bildbände zum Thema Lifestyle in der "Collection Rolf Heyne". Der Ästhet legte auch Hand an die Gestaltung vieler Bücher: "Ich bin ein sehr visueller Mensch - im Haus bin ich geradezu verrufen, dass ich die Umschlaggestaltung beim Taschenbuch zu meinem besonderen Hobby gemacht habe." Kürzlich entschied sich Heyne, den größten Teil seines Unternehmens an den Axel Springer Verlag zu verkaufen. Er hatte sich einen Platz im Aufsichtsrat als Minderheitsgesellschafter ausbedungen, um die Kontinuität seiner Arbeit sicherzustellen. Rolf Heyne starb am 8. Dezember in München.

DER SPIEGEL 50/2000
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