11.12.2000

Willi Lemke,

54, Bremer Bildungssenator und derzeitiger Präsident der Kultusministerkonferenz, ist noch immer ganz benommen von einem Treffen mit Kubas Staatschef Fidel Castro, 73, in Havanna vergangene Woche. "Es war unglaublich spannend, wie in einem Hollywood-Streifen, als er plötzlich in unserem Hotel stand", gegen 23 Uhr, und der Betrieb der Hotellifts eingestellt wurde und Sicherheitspersonal vor jeder Tür Posten bezog. Castro suchte offenbar Nähe: "Er rückte unsere Stühle zusammen. Wir saßen Knie an Knie, um über das deutsch-kubanische Kulturabkommen zu reden." Vor allem aber redete der Máximo Líder, ein bisschen wohl auch zum Leidwesen des ehemaligen Werder-Managers: "Er hielt einen anderthalbstündigen Monolog über Aids in Afrika und die Probleme der Dritten Welt, so dass wir Deutschen alle ein schlechtes Gewissen kriegten." Der Staatschef, so Lemke, "wirkte bescheiden und liebenswert". Und Zigarren geschmaucht? Nicht eine. Lemke stolz: "Castro hat das Rauchen aufgegeben, um seinem Volk ein leuchtendes Beispiel zu sein."

DER SPIEGEL 50/2000
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