11.12.2000

Henri d'Orléans,

67, Graf von Paris und seit dem Tod des Vaters im vorigen Jahr französischer Thronanwärter, will mit zeitgemäßen PR-Methoden den Royalismus zu neuer Blüte führen. Der Möchtegern-König kontaktiert neuerdings die Untertanen - "30 Prozent glauben an die Restauration der Monarchie" - über Internet (www.royautefrance.com). Und stößt, wie er in einem Interview mit "Paris Match" verkündete, auf Provinztourneen vornehmlich bei sozialistischen und kommunistischen Bürgermeistern auf Gegenliebe: "Dass unsere Linie direkt auf Heinrich IV. (1553 bis 1610) und Maria von Medici zurückgeht und wir mit dem Entstehen Europas verbunden sind, erstaunt und fasziniert die." Auch mit der Verfassung der Fünften Republik sieht sich der Graf durchaus auf einer Wellenlänge: Die Staatspräsidenten Charles de Gaulle und François Mitterrand hätten eindeutig "eine sehr königliche Attitüde" gepflegt. Und die amtierenden Herrscher, Staatspräsident Jacques Chirac und Sozialistenpremier Lionel Jospin, teilten sich in der Rechts-Links-Kohabitation die Macht "wie in einer konstitutionellen Monarchie".

DER SPIEGEL 50/2000
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