18.12.2000

BERLIN-BRANDENBURGFlughafen-Kartell?

Im Tauziehen um die Bauträgerschaft beim geplanten Großflughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) wächst die Spannung: Die EU-Kommission überprüft jetzt den Bieter-Zusammenschluss unter der Führung der Immobiliengesellschaft IVG und des Baukonzerns Hochtief. Die Entscheidung darüber, ob das Konsortium kartellrechtlich bedenklich ist, wird Ende Januar veröffentlicht. Erst nach einem positiven Bescheid wollen die BBI-Bauherren den Gesellschaftervertrag unterschreiben, der beiden jeweils 26 Prozent Beteiligung sichert. Die Großbieter teilten der EU mit, dass die Gesellschafter rund 1,2 Milliarden Mark Eigenkapital einbringen werden. Das entspricht ungefähr einem Fünftel der Baukosten. Aus den in Brüssel eingereichten Firmenunterlagen geht hervor, dass zu je zehn Prozent die Berliner Bankgesellschaft und eine deutsche Tochter der französischen Caisse des Dépôts beteiligt werden. Die Frankfurter Flughafen Gesellschaft und der Flughafen Wien sind mit je sieben Prozent dabei, ebenso Dorsch Consult und ABB. Im November hatten Potsdamer Richter die erbitterten Konkurrenten zu einem Zusammenschluss bewegt. Das wurde von Kartellexperten kritisiert, da sich die zwei einstigen Wettbewerber bei Europas wohl größtem Infrastrukturprojekt absprechen könnten. Auch der Präsident des Bundeskartellamtes, Ulf Böge, äußerte Bedenken, räumte aber ein, seine Behörde werde bei der Prüfung das "große öffentliche Interesse" am Bau des Großflughafens berücksichtigen. 2007 soll der BBI den Betrieb aufnehmen.

DER SPIEGEL 51/2000
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