25.12.2000

Alain Delon

Alain Delon, 65, Altmeister des französischen Films mit erklärten Sympathien für rechtspopulistisches Gedankengut, hat sich den Zorn von Fans und Angehörigen des Anfang des Jahres gestorbenen Krimi-Autors Jean-Claude Izzo zugezogen. Anlass sind Pläne des Schauspielers, für eine Serie des größten französischen Privatsenders TF1 Izzos Krimihelden darzustellen - den im Marseiller Milieu tapfer gegen soziale Ungerechtigkeit ankämpfenden Kommissar Fabio Montale, einen Mann, dessen Herz ganz eindeutig links schlägt. Ihr Mann, der politisch ebenfalls links stand, habe in seinen Büchern seine Vorstellung von einer neuen, demokratischeren Welt zum Ausdruck bringen wollen, so die Witwe Catherine Izzo. Der Autor Izzo habe Delon zwar als Schauspieler geschätzt, nicht aber dessen Ideen. Auch Sohn Sebastian meinte, die Rolle müsse von jemandem gespielt werden, der "die Gedanken meines Vaters teilt". Izzo-Fans protestierten bei TF1 und mit Leserbriefen in "Le Monde". Delon lassen die Reaktionen kalt. Er könne sich "niemand anderen vorstellen, der Fabio Montale spielt", ließ er die Kritiker abblitzen. Izzo hätte sich darüber gefreut, dass er für die Rolle ausgesucht wurde. "Das hätte ihm den Abschied von der Welt sicher erleichtert", glaubt der Altstar.

DER SPIEGEL 52/2000
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