12.03.2001

Die Droge Politik

Sie gelten als Inbegriff des Machtmenschen, doch Politiker haben weniger zu sagen, als sie mit mächtigen Reden und bedeutungsvollem Gehabe ausdrücken. Der Verlust des Amts trifft die meisten dennoch tief in ihrem Selbstgefühl. Von Jürgen Leinemann
Wenn es um Machtbesessenheit ging, um den Missbrauch von öffentlichen Ämtern zum Zweck persönlicher Herrschaft, dann konnte es in den Augen Kurt Biedenkopfs keinen größeren Unterschied geben als zwischen Kanzler Helmut Kohl und ihm, dessen ehemaligem Schulfreund und späteren CDU-Generalsekretär. "Nicht wenige, du eingeschlossen, waren Opfer dieser Politik", beschwor Biedenkopfs Freund Meinhard Miegel öffentlich die Erinnerung an die jahrzehntelange Diffamierung des kleinen Professors durch den großen Parteipatriarchen.
Biedenkopf, im vergangenen Jahr 70 geworden und gefeiert als Ministerpräsident von Sachsen in der Dresdner Semper-Oper, lächelte verzeihend. Er stand über den Dingen. Aus seiner rotsamtenen Loge winkte er huldvoll der Welt zu. Und als sich ein Jahr später Helmut Kohl nach seinem Parteispendenbetrug nicht aus dem Rampenlicht zurückziehen mochte und seinen Nachfolger Wolfgang Schäuble schikanierte, bescheinigte ihm der Denker aus Dresden herablas-
send die Mentalität eines halsstarrigen "Altbauern", der es nicht schafft, sich aufs "Altenteil" zurückzuziehen.
Es dauerte aber nur ein Jahr, bis der nüchterne Analytiker Biedenkopf von seinem bullernden Intimfeind Kohl nicht mehr zu unterscheiden war. Bis in Gesten und Formulierungen hinein austauschbar reagierte Biedenkopf beleidigt, als sein bester Minister, der Finanzchef Georg Milbradt, unbotmäßig Gelüste auf die Nachfolge erkennen ließ.
Rüde diffamierte er den Rivalen als "miserablen Politiker" und feuerte ihn, ohne sich um Fraktion, Partei und Volksmeinung zu kümmern. Dass der Ministerpräsident sich auch noch vor einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss gegen den Verdacht wehren musste, er habe persönlichen Freunden bei Immobiliengeschäften geholfen, machte die Parallele zu Helmut Kohl beinahe zu aufdringlich.
Ist das die Macht der Macht? Reduziert sie Menschen auf das Böse? Unterschiedlicher als Kohl und Biedenkopf können Männer im politischen Geschäft kaum sein - körperlich massig, gefühlsgeladen und kleinbürgerlich saftig der eine, der sein Leben auf eine politische Erfolgskarriere reduziert hat. Zierlich und klein, intellektuell und professoral elitär der andere, der mit 37 Jahren schon Universitätsrektor war, anschließend Konzern-Geschäftsführer und dann viele Jahre lang politischer Verlierer.
Die deutsche Einheit brachte beide in unerwartete Machtpositionen - und damit in Versuchung. Zu Bonn und zu Dresden verwandelten die Herren Chefs ihre demokratischen Ämter in patriarchalische Herrschaftszentralen mit höfischem Gepränge. Kohls "Idealvorstellung war ein politisches Sultanat mit einer Vielzahl von ihm abhängiger Würdenträger", sagt sein einstiger Vertrauter Heiner Geißler. Treue, Ehre, Verrat hießen die zentralen Begriffe dieses fast geheimbündlerischen Zirkels. Biedenkopf residiert bis heute im Elb-Florenz unter einer Goldkrone auf dem Dach des Regierungssitzes mit majestätischen Allüren als König Kurt, wie die Sachsen spotten - eitel, selbstgefällig, hochfahrend.
Dass die Macht eine Gier sei, böse an sich, weil unendlich und daher notwendig destruktiv, davor hat schon der Historiker Jacob Burckhardt gewarnt. "Macht korrumpiert, absolute Macht korrumpiert absolut" - diese Erfahrung des englischen Politikers Lord Acton aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert ist heute ein eherner Satz des amerikanischen Verfassungsverständnisses. Aber natürlich ist Politik ohne Macht nicht denkbar.
Schon im fünften Jahrhundert vor Christus, als in Griechenland zum ersten Mal eine Demokratie verwirklicht wurde, sei wohl die Parole "Wir sind das Volk" erklungen, vermutet der Münchner Althistoriker Christian Meier: Die Bürger Athens forderten Schutz vor dem Einfluss einiger Mächtiger im Adelsrat und verlangten, dass die Staatsgeschäfte möglichst öffentlich stattfinden und von möglichst vielen kontrolliert werden sollten. Der moderne demokratische Rechtsstaat ist der institutionalisierte Ausdruck dieses bis heute unverändert vorhandenen Misstrauens.
Nein, an das Gute im Menschen haben die Experten der politischen Macht nie geglaubt. Wenige haben das aber so drastisch formuliert wie der Florentiner Niccolò Machiavelli vor fast 500 Jahren in seinem "Il principe": "Im Allgemeinen", fand er, lasse sich über seine Mitmenschen "so viel sagen, dass sie undankbar, wankelmütig und heuchlerisch sind, voll Angst vor Gefahr, voll Gier nach Gewinn".
Das gilt besonders für "die da oben", weiß Volkes Stimme. Und das gilt besonders in Deutschland. In Berlin sind die realen Spuren der Macht, mit der sich die totalitären Gewaltherrscher Hitler und Stalin brutal in der Menschheitserinnerung verewigten, noch zu besichtigen. Und obwohl sich nach mehr als einem halben Nachkriegsjahrhundert die Demokratie in der Bundesrepublik nicht nur praktisch bewährt hat, sondern als System von Kontrollen, Fristen und Sicherungen auch akzeptiert ist, sitzt der Argwohn gegen die Mächtigen tief.
Glaubwürdigkeit wie Kompetenz von Politikern stehen permanent in Frage. Einerseits machen die sowieso, was sie wollen. Andererseits können die ja ohnehin nichts ändern. Macht? Dass er nicht lacht, der Mann auf der Straße: Geld regiert die Welt. Im vergangenen Jahr zeigten sich nach einer Inra-Umfrage 73 Prozent der Deutschen überzeugt, dass Politiker ihre Position für persönliche Vorteile nutzen.
Vielleicht ist das der Grund, warum Empörung über die Einstellung des Kohl-Verfahrens vorvergangene Woche nahezu ausblieb. Hatte jemand etwas anderes erwartet?
Die Damen und Herren an den politischen Schaltstellen tragen wenig dazu bei, das ambivalente Verhältnis der Bürger zur Macht zu klären. Allenfalls am Anfang oder am Ende ihrer Karriere bekennen sich einzelne Politiker offen zu ihrer Verführbarkeit durch den archaischen Impuls, andere durch List oder Gewalt zu lenken.
"Als politischer Mensch - und das war ich wohl von klein auf - hat mich Macht immer fasziniert", gesteht Erhard Eppler, 74, viele Jahre nach seinem Ausscheiden aus dem Ministeramt. Und Matthias Berninger, 30, Bundestagsabgeordneter der Grünen, empfand die Macht schon als Droge, bevor er wirklich mitregieren durfte: "An der Regierung zu sein, Kanzleramt, Koalitionsrunden, Kameras, das ist schon noch mal was anderes als Opposition."
Heute, als gerade bestallter Staatssekretär im Verbraucher-Ministerium, sagt Berninger: "Nun habe ich keine Zeit mehr dazu, mir darüber Gedanken zu machen." Über Nacht ist für ihn das Handy "ein Zepter der Macht" geworden, wie er halb ironisch eingesteht. Er ist jetzt eben "ziemlich unmittelbar dabei, wenn sich ein paar Koordinaten verschieben".
Berningers verschleiernde Technokratensprache wirkt in Berlin unfreiwillig bedrohlich, denn der traditionelle Machtanspruch des Staats ist wieder sichtbarer geworden, seit Parlament und Regierung vom Rhein an die Spree gezogen sind. Anders als in Bonn, wo sich der politische Betrieb zwischen Vorgärten in behelfsmäßig hergerichteten Alt- oder gesichtslosen Neubauten verkroch und unangreifbar blieb, wird in Berlin Staat gemacht.
Plötzlich residieren die Politiker der Bundesrepublik hinter mächtigen Mauern, schreiten über weit schwingende Treppen, wandeln durch hehre Hallen und speisen in hohen Bankettsälen. Mit Unbehagen sind die meisten eingezogen in die restaurierten Gebäude ihrer pompös herrschenden Vorgänger, die zweimal die Welt mit Krieg über-zogen. Der verdruckste Charme der Bonner Bescheidenheit war ihnen lieber. Doch haben sich die Regierenden der rot-grünen Koalition in der neuen Pracht bisher bemerkenswert zivil bewegt.
Wer Macht von protzigen Attitüden ablesen will, kommt kaum auf seine Kosten. Wie sein Vorgänger Helmut Kohl neigt auch Bundeskanzler Gerhard Schröder persönlich nicht zu Luxus und Überschwang. Dicke Zigarren, schwere Rotweine, das ja. Aber an normalen Arbeitstagen im Büro reicht auch ein Teller Linsensuppe aus der Dose oder am Flugplatz in der Angestelltenkantine eine "Kanzlerplatte" - Currywurst mit Fritten.
Im gebrauchten Kanzleramt am Schlossplatz, einst Sitz des Staatsrats der DDR, fühlt sich Schröder zu Hause. Aber nun nötigt ein monumentaler Neubau, der zurzeit noch wie eine unvollendete Sphinx im Spreebogen hockt, dem Bundeskanzler und den Bürgern eine neue Auseinandersetzung mit der Staatsmacht auf. Dass der Sozialdemokrat Schröder knurrig zögert, seinen künftigen Amtssitz anzunehmen, hat auch damit zu tun, dass der Prachtbau diese Macht so unausweichlich sichtbar symbolisiert.
Tatsächlich täuscht das theatralische Gebäude. "Machtworte" wie "Basta" mag der
Bundeskanzler zwar durchs Mikrofon schmettern. Es bleiben ihm natürlich die Organe der staatlichen Gewalt, Bundeswehr und Bundesgrenzschutz, das Ritual der Neujahrsansprache und das Recht zur Ernennung von Philosophen zu Staatsministern. Aber Zweifel sind erlaubt, dass seine persönlichen Entscheidungen genug Gewicht haben, um in der Praxis wichtige Sachverhalte zu verändern und einflussreiche Menschen umzustimmen. Schröders Vorgänger Kohl erfuhr, während er mit der französischen Regierung konferierte, aus einer Agenturmeldung, dass Daimler in Stuttgart den Chrysler-Konzern in Detroit gekauft hatte.
Es wird gewiss eindrucksvoll aussehen, wenn ab Mai die schweren Limousinen der Interessenvertreter zum "Bündnis für Arbeit" vor das neue Gebäude im Spreebogen rollen. Aber der Hausherr versteht sich nicht zu Unrecht eher als Konsens-Moderator denn als Machthaber. "Ausstrahlung" und "Vernunft" sind die Begriffe, mit denen Schröder Macht umschreibt. Praktische Politik beschränkt sich weitgehend auf Schadensbegrenzung.
"Unaufhaltsam schwindet das alle klassischen Begriffe von Politik definierende Moment der persönlichen, repräsentativen Entscheidung", behauptet der Kommunikationswissenschaftler Norbert Bolz. "Wortpolitik" tritt an ihre Stelle, endlose Gespräche verschleiern, dass die gesellschaftlichen Mechanismen zumeist ohne Einwirkung der Staatsmacht greifen.
So hatten weder die Grüne Andrea Fischer im Januar dieses Jahres noch der Sozialdemokrat Eppler 1974 das Gefühl, mit ihrem Ausscheiden aus dem Kabinett wirklich Macht aufgegeben zu haben. Der PDS-Fraktionschef Gregor Gysi erkannte staunend nach zehn Jahren im Parlament der kapitalistischen Bundesrepublik: "Politiker sind oft hilflos, ohnmächtig, überfordert."
Allerdings geständen sich die meisten die Begrenztheit ihrer Wirkungsmöglichkeiten nicht ein, ergänzt der leidenschaftliche Polit-Profi Gysi. Im Gegenteil: "Politiker sind an dem trügerischen Bild, das über sie existiert, sogar interessiert."
Als der Sozialdemokrat Peter Glotz, damals Wissenschaftssenator in Berlin, 1979 in einem Tagebuch "Die Innenausstattung der Macht" beschrieb, erschien der Staat seinen Bürgern wie ein mechanisches "schwarzes Tier", das Angst erregte: "Die Vorstellung vom lautlos-wirksamen Ineinandergreifen der Maschinenteile, von der monolithischen Einheit des Staates ist weit verbreitet."
Macht war Bürokratie, die Politiker agierten in expertenhafter Selbstisolation. In Bonn herrschten die "grauen Herren" aus Michael Endes "Momo". Heute ist Macht weitgehend Show. Aber Show ist auch Macht. Charisma wird im Medienzeitalter elektronisch erzeugt.
Wenn der grüne Bundestagsabgeordnete Joschka Fischer früher in seine hessischen Wahlveranstaltungen latschte, dann war er einfach da. "Tach, Joschka." Gerhard Schröder ließ noch 1998, als er schon acht Jahre Ministerpräsident von Niedersachsen war, den Dienstwagen weit vor den Kundgebungshallen halten: "Wir fahren nicht vor, wir kommen."
Jetzt wird Außenminister Fischer von vier kraftstrotzenden Sicherheitsbeamten, deren Mäntel kinoreif im Wind wehen, triumphal ins Frankfurter Gerichtsgebäude geleitet, wenn er als Zeuge aussagt. Und Kanzler Schröder pflegt mehrmals täglich aus dem gepanzerten Dienstwagen zu federn, dessen Tür sein Fahrer aufreißt, um die Hand zum Gruß zu recken, wenn nicht gar beide.
Immer zucken Fotoblitze, immer surren Kameras in einem Pulk von Journalisten, die - von den Sicherheitsleuten gedrückt - rückwärts vor den Heroen der Politik dahinstolpern. Abends am Bildschirm sieht es dann aus, als bummle ein entspannter Staatsmann lächelnd zu seiner Arbeitsstätte, hier ein Foto signierend, dort ein paar Hände schüttelnd - Politik macht Spaß.
Aus diesen Bildern erwächst Macht. Der Politiker wird zum Popstar, nicht notwendig zum Idol, aber zum Vertrauten und Nachbarn, dem man ansieht, dass er zugenommen hat, und auch, wann er schwindelt. Die Wähler freunden sich mit ihm an, sehen, wie er schwitzt, wie die Mundwinkel zucken, die Oberlippe zittert, sobald er unter Druck ist. Dann leiden sie mit. Und sie freuen sich bei seinen Erfolgen.
Nach vielen hundert "Tagesschauen" erscheint es ihnen bisweilen ganz natürlich, "den Gerhard" anzusprechen wie einen alten Kumpel. "Wir kennen uns ja vom Fernsehen", sagte ein junger Mann, der sich zu Schröder in einem Gartenlokal an den Tisch setzte, als die Bodyguards noch nicht wie eine Mauer wirkten.
Die Erfolgskette ist simpel: Bilder fügen sich zum Image. Das Image bringt Stimmen. Die Stimmen öffnen die Türen zu Ämtern - fertig ist die Macht. Das gilt für Edmund Stoiber wie Manfred Stolpe, für Joschka Fischer wie Jürgen Möllemann.
Gerhard Schröder wurde wegen seiner gelungenen Show in Niedersachsen sogar in das Ministerpräsidentenamt gewählt, das er - wie jeder wusste - nie ausüben wollte, sondern nur als Durchlaufstation für die Kanzlerkandidatur brauchte, die ihn nach Berlin führte.
Er war der Champion, genoss das Vertrauen der Mehrheit. Weniger sein politisches Programm überzeugte als sein Habitus. Aufsteigerbiografie, Erfolgshunger, Machtwillen und Strahlemann-Posen schufen die Erwartung, dass er dem, was er über sich selbst und seine vagen Absichten sagte, nicht zuwiderhandeln würde. Als er das - kaum im Amt - dann trotzdem tat, den Spaß- und Kaschmir-Kanzler gab und auf die Traditionen der Kleine-Leute-Partei SPD pfiff, die ihn emporgetragen hatte, schrammte er nur knapp an seinem politischen Absturz vorbei.
Das war eine Lehrstunde in Sachen geliehener Macht. Die Wahl erwies sich als "Deal". Die Wähler hatten geliefert, aber der Gewählte blieb ihnen seine Leistung schuldig. Schröder drohte als "Amtsinhaber" zu versagen, wie die Wirtschaftswissenschaftler Guy Kirsch und Klaus Mackscheidt jenen Erfolgstyp des Politikers in der Mediengesellschaft nennen, der robust die Ängste und Wünsche der Wählermehrheit symbolisiert. Er muss sein wie sie, nur stärker.
Nicht, dass er an den so genannten Hebeln der Macht sitzt, die - wie alle ahnen - gar keine mehr sind, erwarten die Menschen vom Kanzler, sondern dass er ihnen eine Sicht der Welt anbietet, in der er ihre Erlösungsphantasien mit Versprechungen füttert und alles leugnet und wegredet, was ihnen Angst macht.
Die Macht gehört heute diesem Typus des Dienstleistungspolitikers. Nicht nur der Kanzler, sondern jeder, der mit den Medien "an die Macht" will, muss nicht nur reden, sondern auch Zuhörer und Einfühler sein, der sich unaufhörlich beraten lässt von Demoskopen, Gutachtern, Sozialwissenschaftlern und dem Mann auf der Straße.
Gewiss, Leadership sieht anders aus. Aber verkörpert so einer, wenn er tatsächlich die Hand am Puls der Zeit hat, nicht wirklich die Macht des Volkes? "Politische Macht entsteht und verschiebt sich vor allem an der Basis, dort, wo Bewusstsein sich bildet und wandelt", weiß Eppler.
Nur - bildet und wandelt sich dieses Bewusstsein nicht auch durch Reden und Taten der Politiker?
Der Kommunikationszusammenhang ist eng und sehr labil. Je begrenzter die realen Gestaltungsspielräume der Politik in komplexen Gesellschaften sind, desto zielstrebiger inszenieren die Amtsträger symbolische Handlungen, bei denen sie so tun, als ob sie was täten.
Zu einer Überstunden-Regelung ist es zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften beim Treffen im Kanzleramt vergangene Woche nicht gekommen. Vor den Fernsehkameras ergreift Schröder die Hände der Kontrahenten und patscht sie aufeinander: Friede.
Aus Tatsachen werden Ansichtssachen. Die Wirklichkeit, die eine solche Aktion verändern soll, sagt der Soziologe Claus Offe, "ist weniger die äußere Welt als das Bild, das wir uns von ihr machen, und die Erwartungen, die wir an sie richten".
Macht hat, wer seine Wirklichkeitsdefinition durchsetzt. "So dürfen Sie das nicht sehen", ist der beliebteste Politikereinwand gegen unbequeme Fragestellungen: Richtig sehen heißt weglassen, was stört.
Im Idealfall könnten Politiker ihren Wählern natürlich zumuten, das Störende zu akzeptieren, das wäre staatsmännisch. Im schlimmsten Fall lenken sie die Wut ihrer Klientel auf Sündenböcke. Das wäre Demagogie. Im Normalfall aber rühren Politiker nicht an Themen, die den Leuten Einsichten oder Einbußen abverlangen.
Immer häufiger entwickelt sich eine wechselseitige Manipulation, mit der sich Politiker und Wähler in ihrer Gemütsruhe bestätigen. Das von ärgerlichen Realitäts- aspekten bereinigte Bild der Welt wird verfestigt und gegen alle Zweifel und Veränderungen verteidigt. Die Opposition nennt das dann "Reformstau".
Im Wettbewerb um die Deutungsmacht sind die Sitten rau. Die Techniken des Machterwerbs und Machterhalts verselbständigen sich und zwingen den Akteuren ihr Verhalten auf. "In der Politik gibst du die Souveränität über dich auf", hat Gregor Gysi der "taz" bekannt: "Du verfügst nicht mehr über dich: nicht über dein öffentliches Bild, nicht über dein Image, nicht über deine Zeit."
Und auch nicht über eine eigene Sprache. Die Bemühung, nicht anzuecken, poliert die Rede glatt und offenbart sich "in diesen berühmten Null-Sätzen, diesen Politikerfloskeln, die man kaum verstehen kann", sagt selbstkritisch die grüne Ex-Ministerin Andrea Fischer.
Mit Gerhard Schröder, Rudolf Scharping und Heidi Wieczorek-Zeul sitzen wenigstens drei am Kabinettstisch, die schon vor mehr als 30 Jahren bei den Jusos mit- und gegeneinander Politik machten. Und auch die anderen dürften - bis auf den parteilosen Wirtschaftsminister Werner Müller - "den zermürbenden Hürdenlauf einer Parteikarriere schon aufgenommen haben, bevor sie überhaupt eine eigene politische Meinung entwickeln konnten", spottet die Bremer Hochschullehrerin Sibylle Tönnies.
Die Grünen hatten sich während ihrer parlamentarischen Anfänge in Bonn und anderswo aneinander abgeschliffen. Wenige Straßen weiter in Berlin regieren im Roten Rathaus Eberhard Diepgen, Klaus Landowsky und die Resttruppe ihrer RCDS-Seilschaft aus den sechziger Jahren.
Alle sind ein bisschen weniger rüde als damals, trinkfroh und sitzfest wie eh und je und darin geübt, sich gegen Nachdenklichkeit und Selbstzweifel durch den Aktionismus eines 14-Stunden-Tages abzuschirmen. Wer seine eigenen Schmerzen nicht spürt, muss auch keine Rücksicht auf die Schwächen anderer nehmen. "Mangel an Menschenkenntnis", hat Holger Börner einmal gesagt, "ist eine der wichtigsten Führungsvoraussetzungen."
Alle gehen einsam ihren Weg. Der innere Machtraum der Politik ist eine hermetisch geschlossene Abteilung, die bevölkert ist von Rivalen, die miteinander so genannte Partei- und Männerfreundschaften eingehen, wie sie Helmut Kohl und Wolfgang Schäuble, Oskar Lafontaine und Gerhard Schröder einer erschrockenen Öffentlichkeit vorführten.
Solche Freundschaften zeichnen sich dadurch aus, dass im harmlosen Ernstfall keiner mit dem anderen redet, im bösen jeder über den anderen schreibt. "Plötzlich gehen Vernunft, Reife und das Wissen verloren, dass die Politik ein hartes Geschäft ist, in dem man auch einstecken und über sich bestimmen lassen muss, ohne beleidigt weggehen zu können", sagt der Psychoanalytiker Wolfgang Schmidbauer: "Erwachsene, hochgebildete, hochintelligente Männer reagieren wie kleine Buben."
Ist die Macht - oder was Politiker dafür halten - solche Opfer wert? Wenn Heiner Geißler auf sein bald 40 Jahre währendes politisches Leben zurückblickt, dann fallen ihm "nicht viele hundertprozentig glückliche Tage" ein. "Zeiten ohne Anspannung, ohne Belastung, ohne Sorge waren relativ selten", sagt er.
Gehärtet im Konkurrenzkampf mit den Kollegen der eigenen Partei und fixiert auf den persönlichen Erfolg, haben Politiker zumeist ein rein instrumentelles Verhältnis zu ihren Mitmenschen. Die Erfahrungen des Aufstiegs - Angst vor eigenen Fehltritten und der Heimtücke anderer, fehlende Lebenspraxis außerhalb von Partei und Fraktion - machen sie misstrauisch, "beinhart" (Schröder) und zynisch.
Höhnisch hat Helmut Kohl vor dem Bundestagsuntersuchungsausschuss berichtet, wie sich "wichtige Leute aus der deutschen Gesellschaft absentieren", sobald "man nicht mehr oben ist", Leute, die sich zuvor in sein Dienstzimmer drängten, "um auf meinem Schoß zu sitzen, aber nicht aus Gründen, die sonst beim Schoß wichtig sind". Kohl abwinkend: "Das gehört zur Macht."
Immer stehen die machtbesessenen und machtvergessenen Politiker, vor denen Richard von Weizsäcker warnte, unter Strom. Immer wiederholt sich alles. Aber stets kann es auch anders enden. Die Rituale der Unterwerfung kränken, die Presse nervt, die Abhängigkeiten ängstigen.
Weiß denn ein Minister, ob nicht irgendein Beamter ein wichtiges Papier verschlampt? Ob nicht irgendein Journalist Details der Vergangenheit ausgräbt, die er für verfänglich hält? Außenminister Fischer brüllte Anfang des Jahres entnervt: "Ich trau ja meiner eigenen Erinnerung nicht mehr."
Aber die Auszeichnungen schmeicheln. "Im Purpurglanz lässt sich''s sonnen", schrieb die "Frankfurter Allgemeine" unter ein Foto, das einen geradezu von innen leuchtenden Joseph Fischer im Kreise deutscher Kardinäle zeigt, die mit ihm wie mit ihresgleichen scherzen. Auch das ist Macht.
Dass einer Humor hat in der Politik, sich einen selbstironischen Abstand leistet wie Wirtschaftsminister Müller, oder einen hochmütigen, wie der kurzzeitige Kulturstaatsminister Michael Naumann, ist die Ausnahme. Naumann bemüht Seneca, um die Gefahr einer allzu persönlichen Identifikation mit dem Erfolg zu beschwören: "Apocolocyntosis" drohe, "die Selbstdivi-
nisierung". Für diese hausgemachte Gottähnlichkeit benutzt Niedersachsens Ministerpräsident Sigmar Gabriel das schlichtere Wort "Allmachtsphantasien".
Wie gnadenlos der Absturz sein kann, hat kaum einer so schmerzhaft erfahren wie Wolfgang Schäuble. Der schmächtige CDU-Chef gab ein besonders eindrucksvolles Symbolbild der Macht ab, wenn er im Rollstuhl, von Sicherheitsrecken umstellt, in eine Parteikundgebungshalle rollte. In dem schwarzen Loch, in das die Kameras zielten, war er für die Menge nicht auszumachen. Wenn er dann auf der Bühne ankam und die Bodyguards zur Seite traten, war das wie die Enthüllung einer Ikone. Der Beifall überschlug sich.
Nach der Wahlniederlage 1998 aber stand Schäuble verlassen und minutenlang unbeachtet hinter Theo Waigel im Bierkeller der bayerischen Vertretung in Bonn. Er war allein gekommen und galt nichts: Das war ein Vorgeschmack auf die Rolle des Verlierers, die ihn auf dem Parteitag in Erfurt im April 1999 voll einholte.
Obwohl gewählter CDU-Parteichef, wurde Schäuble, der "mit möglichst wenig Gedränge und Aufhebens" zum geselligen Abend zu gelangen versuchte, dort von seinem noch immer machtprallen Vorgänger Helmut Kohl rücksichtslos ins Abseits gedrängt. Auf den "Altbundeskanzler" stürzten sich die Kameraleute und Reporter, er gab jovial-lärmend den Chef. "Für Inszenierungen", resümierte Schäuble in seinem Buch "Mitten im Leben" bitter, "war ich also ungeeignet, und auf Verständnis in der Öffentlichkeit konnte nicht gehofft werden, wenn schon diejenigen, die es wissen mussten, keine Rücksicht nahmen."
Alle, die ganz ausscheiden müssen aus dem Spiel um die Macht, brauchen Monate, um mit dem Schock fertig zu werden, wenn sie ihn überhaupt je verwinden. Ob die Ministerpräsidenten Gerhard Glogowski in Niedersachsen oder Max Streibl in Bayern, ob die Bundesminister Reinhard Klimmt, Karl-Heinz Funke oder Andrea Fischer, ob SPD-Parteichef Oskar Lafontaine oder Gewerkschaftsboss Franz Steinkühler - eine existenzielle Kränkung ist der Abschied von der Macht allemal, für viele eine schicksalhafte Niederlage.
"Der Rücktritt war der tiefste Einschnitt in meinem Leben", bekennt Ex-IG-Metall-Chef Steinkühler im Berliner "Tagesspiegel", sechs Jahre nachdem er "plötzlich von 100 auf null abgebremst" wurde, weil ihm unkeusche Geldgeschäfte nachgesagt wurden. Steinkühler: "Ich bin daran beinahe kaputtgegangen, ein Jahr lang. Nicht, weil ich die Insignien der Macht verloren hatte, keinen Fahrer, keine Sekretärin mehr hatte. Was mich wirklich getroffen hat, war, dass ich mich in Menschen so getäuscht hatte. Freunde waren plötzlich nicht mehr da."
Das kostet Selbstvertrauen, selbst wenn man sich zu Unrecht angegriffen wähnt. Jeder kann sehen: Die Aura geht kaputt. Von der Regierungsbank aus haben Minister der rot-grünen Koalition beobachtet, wie Helmut Kohl seine Ausstrahlung zu verlieren begann, lange bevor ihm in Berlin ein Stück Käsesahnetorte ins Gesicht klatschte - das endgültige Symbol der Degradierung.
"Auf dramatische Weise" habe sich Kohls Aussehen verändert, schreibt der Fotograf Konrad Müller, der alle Kanzler der Bundesrepublik porträtierte. "Das Gesicht verliert seine Straffheit, seine Strenge. Heiterkeit und der Zorn des Mächtigen werden abgelöst von Schwermut und Resignation. Ein diffuser Schleier legt sich über alles optisch Wahrnehmbare."
Die Mächtigen wechseln, die Machtsymbolik bleibt. In das ausladende Kanzleramt, das Helmut Kohl in Berlin auf sich persönlich zugeschnitten hatte, wird jetzt, trotz allen Unbehagens, Gerhard Schröder ziehen. Seine Amtswohnung im Grunewald, für die er privat deftig bezahlen muss, wird er dann aufgeben. Zu teuer.
Geld regiert die Welt? Gerhard Schröder, Bundeskanzler und SPD-Abgeordneter, verdient rund 600 000 Mark im Jahr, Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, der den Kanzler unlängst in Stuttgart bewirtete, kassiert einen zweistelligen Millionenbetrag. Wie alle seine Amtsvorgänger weiß auch Schröder genau, wie viel die Manager der Wirtschaft und die Medienzaren einsacken. Und mit Helmut Kohl und Helmut Schmidt teilt er die Einschätzung des Ex-Jusos Wolfgang Roth, der aus dem Bundestag an die Spitze der Europäischen Investitionsbank in Luxemburg wechselte und heute sagt: "Wer ökonomisch denkt, ist völlig beknackt, wenn er in den Bundestag geht."
Aber den Mächtigen der Politik geht es nicht in erster Linie ums Geld. Ihr Machtgefühl ist diffuser - umfassender, anspruchsvoller und immaterieller als Bares. Ruhm und Rausch gehören dazu.
Gewiss, die Fälle, in denen Ämter und Mandate nur Durchlaufstationen auf dem Weg zu Millionen-Verdiensten zu sein scheinen - von den Staatssekretärinnen Cornelia Yzer (Gesundheit) und Agnes Hürland (Verteidigung) über Abgeordnete aller Parteien bis zu Botschaftern und Generälen -, mögen sich in letzter Zeit häufen. Und die Parteispendenaffäre dürfte Vorurteile über die wirkliche Rangfolge von politischer Macht und Geld bestätigt haben. Skandale erscheinen zwangsläufig. Die Politikverdrossenheit kommt nicht von ungefähr.
Und doch. Spätestens mit der Barschel-Affäre - der dramatischsten persönlichen Machtentgleisung der letzten Jahre - wurde auch ein heilsamer Effekt von politischen Skandalen deutlich: Sie sind jeweils einmalig und markieren individuelles Fehlverhalten. Bei ihrer Verarbeitung zeigen die Institutionen, dass sie funktionieren. Parlamente, Gerichte, Presse, ja teilweise sogar die politischen Parteien haben auf die jüngsten Affären angemessen reagiert.
Was ist Macht? Die Deutschen hätten das Wort für die Haupt- und Staatsaktionen reserviert, schreibt Peter Glotz. Aber die kommen im politischen Leben selten vor. Der Alltag eines Kanzlers besteht wohl eher darin, seiner Ohnmacht zu trotzen.
Als Johannes Rau noch nicht Bundespräsident war, erzählte er gern sein Urerlebnis mit der Macht im Kanzleramt. Gerade gewählt zum Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, wurde er, zusammen mit seinen zehn Kollegen aus den anderen Bundesländern, zu einer Routinebesprechung mit Helmut Schmidt nach Bonn gebeten. Die begann mit einem Furcht erregenden Dauerlamento des Kanzlers: Die Staatsfinanzen, die Weltwirtschaft, die Amerikaner, die Russen, die Gewerkschaften, die Parteien, die Jugend, die Renten - wohin Schmidt-Kosmos blickte, sah er Unheil und Zusammenbruch.
"Mein Gott", dachte der fromme Johannes Rau da, "dass es schlimm steht, war mir ja klar. Aber wenn ich gewusst hätte, dass es so schrecklich ist, dann hätte ich mich vielleicht doch besser nicht wählen lassen sollen."
Als seine Verzagtheit den tiefsten Punkt erreicht hatte, stupste ihn sein Nachbar an. "Heute ist er guter Laune", flüsterte Bernhard Vogel, CDU-Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, dem Neuling zu. Fassungslos starrte Rau den Kollegen an. "Doch", raunte er, "sonst sagt er immer, die Welt sei unregierbar. Heute behauptet er das nur von der Bundesrepublik."
* Am 31. März 1995 bei der Eröffnung des Hotels Kempinski im renovierten Taschenbergpalais in Dresden mit seiner Ehefrau Ingrid. * Leo Scheffczyk, Walter Kasper, Johannes Joachim Degenhardt, Karl Lehmann am 22. Februar im Vatikan. * Am 13. März 1999 nach seinem Rücktritt als Finanzminister und SPD-Vorsitzender vor seinem Haus in Saarbrücken mit seinem Sohn Carl-Maurice.
Von Jürgen Leinemann

DER SPIEGEL 11/2001
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