02.06.2001

4. Juni 2001 Betr.: Titel

Darf man Allah und seinen Propheten abbilden? Die Mehrheit der Muslime sagt Nein: Gott gar nicht, Mohammed nur ohne ausgeprägte Gesichtszüge. Der SPIEGEL nimmt Rücksicht auf diese religiösen Empfindungen, das Titel-Motiv, von einem unbekannten persischen Künstler im 16. Jahrhundert gemalt, zeigt den Gottgesandten bei seinem Ritt auf einem mythischen Pferd gen Himmel nur in Umrissen. Dass der Text kontroverse Diskussionen auslösen wird, ist dagegen unvermeidlich. Titel-Autor Erich Follath, 52, der den Lebensweg des Propheten und die Entwicklung des Islam bis heute nachzeichnet, hat als Reporter bereits mehr als 20 islamisch geprägte Staaten vom Senegal bis Iran und Pakistan bereist. Gemeinsam mit Nahost-Korrespondent Volkhard Windfuhr, 64 - der fließend Arabisch spricht und als Muslim auch schon die Pilgerfahrt zu den heiligen Stätten von Mekka hinter sich hat -, interviewte Follath für den Titel Ägyptens Religionsminister Hamdi Saksuk: "Islam heißt Toleranz", sagt der, doch den SPIEGEL-Leuten begegneten bei ihren Recherchen auch ganz andere, höchst intolerante Meinungen. "Den einen Islam gibt es nicht", so Follaths Fazit, "und selten wurde eine historische Figur so missbraucht und missverstanden wie Mohammed" (Seite 158).

DER SPIEGEL 23/2001
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