02.06.2001

GESTORBENArno Mohr

Arno Mohr, 90. So wie der Maler Utrillo zu Paris gehörte, so gehörte Arno Mohr zu Berlin. Schon als Jugendlicher hatte der aus Posen Gebürtige seine Sonntage vor den Bildern von Menzel und Liebermann zugebracht. Später studierte er Grafik und wurde nach dem Krieg als Professor an die Kunsthochschule Weißensee berufen. Er ignorierte das staatlich verordnete Pathos und lehrte die Studenten vielmehr, dass Kunst gerade durchs Ungefällige stark ist. Wie Heinrich Zille liebte er die Berliner Eckkneipen, Hinterhöfe und die "Alltagsgewächse" des Kiezes. Die Arbeit mit Kreide und Kohle, Feder und Pinsel war für ihn wie Schreiben, dabei fing er das Unscheinbare im Alltäglichen ein. Aber auch mit den Porträtskizzen seiner Freunde Bert Brecht, Helene Weigel und Hanns Eisler machte er sich einen Namen. Arno Mohr starb am 23. Mai in Berlin.

DER SPIEGEL 23/2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


  • Parabel-Flug: Promi-Party in der Schwerelosigkeit
  • Slackline-Artistik: Messerscharfer Salto auf der Wäscheleine
  • Ungewöhnlicher Trip: Weltreise für 50 Euro
  • "Horrorhaus" in Kalifornien: "Meine Eltern haben mir das Leben genommen"