16.07.2001

ARDSchwierige Kür

Im Kampf um den neuen Intendanten des Bayerischen Rundfunks taucht ein überraschender Interessent auf: der langjährige Konzernmanager Reiner Maria Gohlke, 66, einst oberster Lenker der Bahn und zuletzt Chef des Süddeutschen Verlags. "Ja, ich bin angesprochen worden", sagt Gohlke dem SPIEGEL, "wenn es auf mich zukäme, würde ich nicht Nein sagen." Dabei handele es sich aber um eine Übergangstätigkeit für höchstens drei Jahre. Gohlke will sich nur die entstehenden Kosten bezahlen lassen und auf das übliche Intendanten-Jahressalär von schätzungsweise 470 000 Mark sowie die daraus resultierenden üppigen Pensionszahlungen verzichten, die sich leicht auf mehrere Millionen Mark summieren könnten. Die Gohlke-Spekulation bringt zusätzliche Würze in das erbitterte Duell der Hauptkandidaten, der Direktoren Thomas Gruber (Hörfunk) und Gerhard Fuchs (Fernsehen). Dabei liegt Fuchs, erklärter Kandidat des bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU), nach letzten Zählungen nur um drei Stimmen vorn. Am meisten fürchten die CSU-Strategen Enthaltungen im Rundfunkrat bei der Intendantenkür nächste Woche - dann könnte Stoibers Mann scheitern. Der betroffene Fernsehchef Fuchs selbst dementiert, dass einzelne Parteien Einfluss auf personalpolitische Entscheidungen nähmen: Solche Behauptungen "entbehren jeder Grundlage".

DER SPIEGEL 29/2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 29/2001
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

ARD:
Schwierige Kür