ÖFFENTLICHKEIT STREICHELN UND KRATZEN

DER DIALOG NACH DEM INTERVIEW EIN SELBSTGESPRÄCH VON Der Schriftsteller Martin Walser, 74, ist bekannt dafür, dass er Interviews liebt und hasst. Er liebt es, gefragt zu werden, und er hasst es, auf Antworten festgelegt zu werden. „Stern“-Autor Arno Luik, 46, führte mit Walser am 25. Juli ein mehrstündiges Gespräch, der war mit der geschriebenen Fassung des Interviews aber nicht einverstanden, verweigerte seine Zustimmung zum Abdruck und schickte dem SPIEGEL stattdessen den folgenden Text. Die Fragen und Antworten geben nicht den Verlauf des tatsächlich geführten Gesprächs wieder, sondern wurden von Walser neu geschrieben - ein Essay, der aussieht wie ein Interview, aber ein Selbstgespräch ist darüber, wie Interviews und öffentliche Meinungen entstehen.
Von Martin Walser

DER SPIEGEL 33/2001

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