15.09.2001

WELTWIRTSCHAFTKeine Panik!?

Nach den Terrorattacken auf die USA wächst die Angst vor einer globalen Wirtschaftskrise. Experten fürchten steigende Ölpreise und Kaufzurückhaltung überall - im Einzelhandel und auf dem Aktienmarkt. Vor allem einer hält tapfer dagegen: der US-Notenbankpräsident.
Wo steckt Alan Greenspan? Ist seine Federal Reserve, die amerikanische Notenbank und heimliche Wirtschaftsregierung der westlichen Welt, überhaupt noch arbeitsfähig?
Die beiden Türme des World Trade Center waren eben in sich zusammengesackt, der Finanzdistrikt der Metropole New York lag in Schutt und Asche, der US-Präsident hatte in einer ersten Reaktion von einem "tragischen Tag für Amerika" gesprochen. Helikopter schwirrten nervös um Regierungsgebäude, die Filmstudios in Hollywood stoppten die Produktion, Madonna sagte ihr Konzert in Los Angeles ab.
Und die Investoren, die Chefs von Banken und Industrieunternehmen warteten weltweit nervös auf ein Lebenszeichen jenes Mannes, der wie kein Zweiter das Weltfinanzsystem verkörpert und dem die Amerikaner einen beispiellosen Boom verdanken. War mit dem World Trade Center womöglich auch die Ikone der US-Wirtschaft verschüttet?
Dann kam die beruhigende Nachricht: Mr. Dollar lebt. Aus der Schweiz, wo er zu einem Arbeitsbesuch weilte, meldete sich der 75-Jährige zu Wort.
Vorausgegangen war eine kleine Odyssee. Denn eigentlich hatte Greenspan das Alpenland, in das er anlässlich einer Bankentagung gereist war, längst verlassen. Von der Horrornachricht erfuhr er auf dem Rückflug nach New York, sein Flugzeug drehte noch über dem Atlantik - und landete wieder in Zürich.
Hektische Telefonate mit der Notenbank-Zentrale und dem Stab des US-Präsidenten folgten. Zweieinhalb Stunden nach dem Terrorangriff auf das Welthandelszentrum veröffentlichte das Hauptquartier in New York auf der Homepage der Bank eine Greenspan-Botschaft, kurz, stilvoll und im Gegensatz zu seinen üblichen Schnörkelsätzen für jeden verständlich: "The Federal Reserve System is open and operating." Die Bank ist geöffnet und arbeitet.
Sie war so funktionsfähig, dass sie allen Geschäftsbanken, die womöglich in Mitleidenschaft gezogen worden sind, blanko finanzielle Hilfe zusagte. Und Greenspan nährte die Hoffnung, er werde eingreifen, bevor die Welt womöglich in eine tiefe Depression verfällt - mit einer weiteren Zinssenkung.
Eine Verbilligung des Geldes hilft, einen möglicherweise ins Stocken geratenen Geldkreislauf wieder in Schwung zu bringen. Die Europäische Zentralbank zog mit einer ähnlichen Erklärung nach.
Einen Fehler wie 1929, als die US-Notenbank trotz Börsencrash die Zinsen hochhielt, anstatt sie herabzusetzen, und damit eine weltweite Depression mit Millionen Arbeitslosen auslöste, wollten Greenspan und sein europäischer Amtskollege Wim Duisenberg nicht wiederholen. "Beide haben deutlich gemacht, dass sie es nicht zum Äußersten kommen lassen wollen", sagt Eckhardt Wohlers, Konjunkturforscher vom Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Archiv.
Keine Panik! Alles wird gut! Das US-System funktioniert reibungslos! Das war die zentrale Botschaft der Wirtschaftseliten schon Stunden nach der Katastrophe. Zentralbank, Börsenaufsicht, Finanzministerium und Handelsaufsicht bildeten sofort einen Krisenstab, der seither Kontakt hält zu allen wichtigen Börsenchefs, zu Großinvestoren und Bankbossen.
Auch Unternehmer wie Oracle-Chef Larry Ellison, eine Ikone der New Economy, mischten sich ein und forderten die eigenen Mitarbeiter zum Weiterarbeiten auf, jetzt erst recht: "Wir können und dürfen nicht zulassen, dass diese Terroristen uns lahm legen. Nicht uns, nicht die USA."
Selbst die betroffenen Banken machten in Optimismus, was angesichts der in Staub gehüllten Wall Street fast schon herzlos wirkte.
Die ersten Feuerwehrleute näherten sich gerade dem glühenden Berg aus Stahl, Glas und Beton, der eben noch die Arbeitsstätte von etwa 3500 Finanzexperten der Investmentbank Morgan Stanley gewesen war, da meldete das Finanzhaus auf seiner Website:
"Wir möchten unsere Kunden wissen lassen, dass trotz der Tragödie alle unsere Geschäfte einwandfrei arbeiten und auch weiter arbeiten werden." Die der Bank anvertrauten Vermögenswerte seien nicht gefährdet, der Handel werde so schnell wie möglich wieder aufgenommen.
Viele Mitarbeiter der Bank haben den Terroranschlag nicht überlebt.
Trotz des amerikanischen Optimismus, der auch in Krisenzeiten funktioniert - so schnell wird es eben keine Rückkehr zur Normalität geben. Auch die Wirtschaft der Vereinigten Staaten ist tief getroffen, und zwar da, wo es am meisten wehtut - in den Köpfen.
Alle wissen, dass die Serie von Terroranschlägen, die am Dienstagmorgen mit dem Anflug einer Boeing 767 auf den Northtower des World Trade Center begann, vor allem der Wirtschaftsmacht Amerika galt. Die beiden weithin sichtbaren Türme des Wolkenkratzers symbolisierten wie kaum ein anderes Gebäude in den USA den Stolz des Landes auf die Rolle New Yorks als Finanzzentrum der Welt.
Genau 417 Meter hoch, errichtet aus 200 000 Tonnen Stahl und bestückt mit 43 600 Fenstern, überragte es alle anderen Hochhäuser in Manhattan. Rund 50 000 Menschen gingen dort täglich zur Arbeit. Rund 1200 Unternehmen und Organisationen waren in dem Gebäudekomplex vertreten, darunter Fondsgesellschaften, aber auch Abteilungen von Investmentbanken wie Lehman Brothers, der Deutschen Bank oder eben Morgan Stanley, allein diese Firma belegte 21 Stockwerke im Southtower.
Wer auf sich hielt, war im World Trade Center vertreten: die Firma Xerox, der Computer-Anbieter Sun Microsystems, jede Menge Rechtsanwälte und Finanzunternehmen, bekannte Investoren wie der Oppenheim Funds oder die Atlantic Bank of New York.
Mitarbeiter vieler dieser Firmen dürften unter den Toten sein, beerdigt unter den zusammengebrochenen Twin Towers. In einem privaten Kindergarten nahe den ehemaligen Wolkenkratzern, wo viele Investmentbanker ihren Nachwuchs untergebracht hatten, herrschte am Dienstagabend stummes Entsetzen: Kein einziges Kind wurde abgeholt.
"Tief geschockt" erlebte der in New York ansässige Banker Stephan Bub, Vorstandsmitglied der HypoVereinsbank, seine Mitarbeiter. "Viele konnten selbst am Tag danach noch nicht über das, was da geschehen ist, reden."
Andere reagierten unfassbar cool. In jenen Händlerräumen, die zwar im Einzugsbereich der Staubwolke, aber außerhalb des Trümmerfeldes lagen, machten viele Broker weiter Geschäfte. Nach Schließung der Wall Street handelten sie in Europa, stellten Positionen glatt, spekulierten gegen den Dollar, kauften Gold und Rüstungsaktien (siehe Seite 116).
Auch bei der Deutschen Bank in New York, die nur zum kleinen Teil im World Trade Center untergebracht war, ging der Handel mit Aktien und Devisen weiter, wie Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer im Interview (siehe Seite 118) bestätigt.
Die Kundendateien waren zwar teilweise unbrauchbar durch den Angriff. Doch die Kopien, die auf Servern außerhalb der Stadt lagern, wurden jetzt erfolgreich angezapft. Das Herz des globalen Kapitalismus konnte weiterschlagen.
In Europa sowieso: Eine Unterbrechung des Handels wurde von den Verantwortlichen intern diskutiert - und dann rasch verworfen. Vor allem die Kleinanleger zahlten mit gigantischen Kursverlusten.
Das Berliner Finanzministerium hatte anfangs dazu gedrängt, den Handel auszusetzen - schon aus Pietät. Doch Börsenchef Werner Seifert überzeugte die Ministerialen, dass dies die Lage womöglich verschlimmern könnte: Etliche Großbanken hatten riesige Positionen aus Termingeschäften offen - die sie andernfalls nicht hätten abbauen können. Hohe Buchverluste wären die Folge gewesen.
Auch der Aufsichtsratschef der Deutschen Börse, Breuer von der Deutschen Bank, gab sein Okay.
In Telefonaten stimmte Finanzminister Hans Eichel dieses Vorgehen am Nachmittag auch mit Laurent Fabius und Gordon Brown ab, seinen Amtskollegen in Paris und London. Das Trio vereinbarte, eine klare Botschaft an die Märkte zu senden: dass eben für Panik kein Anlass bestehe.
Eichel will nicht mal seine Konjunkturprognose nach unten revidieren. Die Ereignisse in den USA hätten keine Folgen für Wachstum und Arbeitsplätze, sagte er unverdrossen: "Wir sehen keinen Anlass für eine Rezession, die größte Gefahr sind nun die selbst ernannten Katastrophenpropheten."
Der Realitätstest folgt in den nächsten Wochen. Noch ist der Terroranschlag in seiner psychologischen Wirkung, die schnell in harte ökonomische Fakten umschlagen kann, nicht wirklich einzuschätzen. Selbst die Analysten, die sonst jederzeit bereit sind, schnelle Urteile abzufeuern, haben sich Zurückhaltung auferlegt. Ernst-Ludwig Drayss, Chief Investment Officer von M. M. Warburg, am Mittwoch: "Ein Analyst weiß derzeit auch nicht mehr als der Mann auf der Straße."
Fest steht nur: Der Anschlag auf ihr Finanzzentrum trifft die US-Ökonomie in einer akuten Schwächephase. Allein in den vergangenen vier Monaten haben die im Dow Jones gelisteten Unternehmen rund 400 Milliarden Dollar an Wert eingebüßt, die Nasdaq, also das Kursbarometer der Hightech-Aktien, verlor im gleichen Zeitraum rund 20 Prozent.
Beinahe alle Statistiken, die über den Zustand der US-Wirtschaft Aufschluss geben, sind Besorgnis erregend, ganz gleich, ob es nun die Angaben zum Produktivitätswachstum sind, zu den Auftragseingängen oder den Investitionen. Im August sprang die Quote der Arbeitslosen auf knapp 5 Prozent.
Nahezu wöchentlich korrigieren die Ökonomen ihre Prognosen. Hieß es im Frühsommer des Jahres noch, die US-Wirtschaft werde ab Herbst wieder kräftig wachsen, ist nun von einem leichten Aufschwung frühestens zum Jahreswechsel die Rede.
Es sind die amerikanischen Verbraucher, die bislang dafür sorgten, dass die Wirtschaftsexperten nicht von einer Rezession sprechen. Zwei Drittel des Sozialprodukts hängen vom Kaufverhalten der US-Bürger ab. Auch wenn die sich in den vergangenen Wochen erstmals seit langem etwas sparsamer verhielten, so zeigten sie sich doch insgesamt erstaunlich unbeeindruckt von den düsteren Wirtschaftsnachrichten.
Was geschieht, so fragen sich die Experten, wenn der Terroranschlag auf das finanzielle Nervenzentrum des Landes die Stimmung kippen lässt? Wenn die Amerikaner, tief verunsichert von den Bildern einer in Rauch gehüllten Stadt, sich so verhalten, wie das Menschen in Krisenzeiten normalerweise tun? Wenn sie also sparen? Wenn sie sich den Augenblicksverlockungen widersetzen - weniger Handys, weniger Autos, weniger Aktien?
Eine Drosselung des Konsums hätte eine fatale Kettenreaktion zur Folge, da sind sich alle Ökonomen einig: Mit jedem Dollar, den die Bürger zur Seite legen, sinken die Gewinnerwartungen der Unternehmen, was wiederum auf die Aktienkurse drückt. Und da Aktien für die Amerikaner eine ungleich größere Bedeutung haben als etwa für die Deutschen - in den USA ist ein Großteil der Pensionsgelder an den Börsen angelegt -, würde ein weiterer Einbruch die Sparneigung rasant beschleunigen. Die Ökonomen haben Angst vor dem, was sie "Angstsparen" nennen.
Schon meldeten sich die Katastrophenpropheten zu Wort. Selbst eine "Weltrezession" will etwa Heiner Flassbeck, ökonomischer Chefberater der Uno-Wirtschaftsorganisation Unctad in Genf, nicht ausschließen. Schließlich sei, so der Ex-Berater von Oskar Lafontaine, die globale Wirtschaftslage schon vor den Ereignissen von Dienstag so labil gewesen wie seit 30 Jahren nicht mehr.
Der Internationale Währungsfonds hatte erst vor wenigen Tagen seine Wachstumsprognosen für 2001 nach unten korrigiert: für die ganze Welt von 3,2 auf 2,7 Prozent, für Deutschland von 1,2 auf 0,9 Prozent, für die Euro-Zone von 2,0 auf 1,9 Prozent.
Auch Investmentbanker wie Thorsten Polleit, Chefökonom von Barclays Capital, befürchten deshalb, dass der Anschlag "im schlimmsten Fall die gesamte Konjunktur torpedieren kann". Schließlich sei in New York nicht nur ein Gebäude zusammengebrochen, sondern das Symbol für Amerikas ökonomische Stärke.
Letztlich sind es deswegen vor allem psychologische Risiken, die den Ökonomen derzeit Sorgen bereiten:
* Die Crash-Angst: Wenn die Panik an den Börsen weiter anhält, werden die amerikanischen Firmen auf lange Sicht kaum noch Geld für Investitionen auftreiben können; die Gewinne von Microsoft, General Electric und Co. würden noch schneller schrumpfen, die globale Baisse würde sich weiter beschleunigen.
* Die Angst vor der Sparwut: Wenn sich die Konsumfreude in den USA abkühlt, sind alle Prognosen reif fürs Altpapier.
* Die Angst vor den Ölscheichs: Schon die Energiekrise des vergangenen Jahres, als sich der Preis für ein Fass Rohöl binnen wenigen Monaten auf 37 Dollar fast verdoppelte, hat den Westen hart getroffen. Und nun droht, wenn aus Angst vor einer Auseinandersetzung im Nahen Osten die Ölpreise steigen, ein ähnlicher Bremseffekt.
Sung Won Sohn, Chefökonom der Wells Fargo Bank, hält eine weltweite Rezession bereits jetzt für "höchst wahrscheinlich". Sein Urteil: "Die Wirtschaft und der Aktienmarkt tanzten auf dem Hochseil, nun sieht es so aus, als hätten diese Terroristen das Drahtseil gekappt."
Viele Analysten ziehen den Vergleich zum Golfkrieg 1990, als die Wirtschaft drei Quartale in Folge abfiel und sich nur sehr mühsam erholte.
Damals, als der Krieg ebenfalls in allen Einzelheiten im Fernsehen gezeigt wurde, reagierten die Verbraucher mit sofortiger Kürzung ihrer Ausgaben.
Doch in die Krisenstimmung des vergangenen Mittwochs mischten sich - typisch Amerika - schon am Tag danach die ersten positiven Stimmen: Anders als bei Versicherungen, der Luftfahrt oder der Reisebranche, so glauben Experten, könnte der Anschlag für Hightech-Firmen auch erfreuliche Auswirkungen haben. Die gebeutelte Technologie-Branche werde von dem gesteigerten Sicherheitsbedürfnis profitieren. "Ich hasse es zu sagen, aber der Angriff wird für den Tech-Sektor wahrscheinlich das Ende des Abschwungs bedeuten", sagt Michael Murphy, Herausgeber der Fachpublikation "California Technology Stock Letter". "Schließlich ist die Antwort auf Terrorismus: Technologie." Murphy erwartet einen erheblichen Anstieg der Ausgaben für Verteidigung und Netzwerk-Sicherheit.
Seine Hoffnungen werden geteilt von Michael Erbschloe, Analyst bei Computer Economics in kalifornischen Carlsbad. Er rechnet damit, dass sowohl Firmen wie auch die Regierung ihre Ausgaben zur Wiederherstellung der zerstörten Kommunikations- und Internet-Strukturen heftig erhöhen. "Der Schaden, der allein an Technologie entstand, wird wahrscheinlich in die Milliarden gehen", sagt er, "die Technik muss ersetzt werden." Hinzu kommt, dass sich unter dem Eindruck der Katastrophe viele Firmen bessere Kopien, so genannte Backup-Systeme für Daten, zulegen werden.
Der Internet-Sicherheitsexperte Winn Schwartau aus Seminole in Florida, der das amerikanische Verteidigungsministerium in Anti-Terrorismus-Fragen beriet, glaubt, dass Amerika grundsätzlich die Art überdenken muss, wie es seine lebenswichtigen Technologien wie Internet und Telefonsysteme betreibt und schützt. "Das Gesicht Amerikas wird sich für immer ändern. Das Gesicht der Informationstechnologie wird sich für immer ändern. Das Gesicht der Sicherheit wird sich für immer ändern", sagt Schwartau. Er hatte den Kongress schon 1991 vor den Gefahren eines "elektronischen Pearl Harbor" gewarnt.
Die Vernichtung der halben Pazifikflotte im Dezember 1941 war für die Amerikaner ein Desaster, militärisch, politisch, psychologisch - aber eben nicht ökonomisch.
Wirtschaftshistoriker wie Brian Taylor von der Universität in Los Angeles glauben, dass zumindest die Börsen heute so wie im Jahr 1941 "binnen wenigen Tagen zur Normalität zurückfinden werden". Weder habe der Angriff auf Pearl Harbor die Aktienmärkte langfristig in die Tiefe gedrückt, noch sei das Land in einer allgemeinen Depression versunken.
Auch andere historische Großereignisse ließen die Investoren relativ kalt. So hat der Beginn des Zweiten Weltkriegs im September 1939 die Anleger in Übersee nicht negativ beeinflusst, wie die Wirtschaftsexperten zur eigenen Beruhigung schnell herausfanden.
Im Gegenteil: Der Dow Jones legte in den ersten Kriegstagen um 20 Punkte zu, in der damaligen Zeit ein kräftiges Plus. Tatsächlich leitete die Kriegskonjunktur einen stetigen Aufschwung ein, am 31. Dezember 1949 stand der Dow Jones bei knapp 200 Punkten und hatte sich damit gegenüber 1940 nahezu verdoppelt.
Auch das Attentat auf den US-Präsidenten John F. Kennedy, das 1963 die ganze Welt in eine Art Schockzustand versetzte, hinterließ an den Börsen keine tiefen Spuren. Zwar fielen die Kursbarometer nach Bekanntwerden der Nachricht vom Tod Kennedys sofort steil nach unten, bis der Börsenhandel dann ausgesetzt wurde.
Doch schon vier Tage später, nach einem langen Wochenende und einem Feiertag, legte der Dow Jones wieder kräftig zu und bescherte den Anlegern den größten bis dahin jemals erzielten Tagesgewinn.
So wird es auch diesmal sein, sagen etliche Ökonomen. "Die Leute werden ein paar Tage lang Plätze meiden, wo viele Menschen zusammenkommen, und dann schnell zu ihrem gewohnten Leben zurückfinden", meint Maurice Greenberg, Chef der amerikanischen Versicherungsgruppe AIG und zugleich einer der Direktoren der New Yorker Börse: "So ist nun einmal Amerika."
Hoffentlich.
BEAT BALZLI, JAN FLEISCHHAUER,
JAN DIRK HERBERMANN, ALEXANDER JUNG,
WOLFGANG REUTER, ULRICH SCHÄFER,
MICHAELA SCHIEßL, GABOR STEINGART
Von Beat Balzli, Jan Fleischhauer, Jan Dirk Herbermann, Alexander Jung, Wolfgang Reuter, Ulrich Schäfer, Michaela Schießl und Gabor Steingart

DER SPIEGEL 38/2001
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