08.10.2001

GESUNDHEITAbgespecktes Sparpaket

Das von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) geplante Sparpaket entlastet die gesetzlichen Krankenkassen weit weniger als erwartet. Schmidt war bislang von drei Milliarden Mark Sparvolumen ausgegangen; Spitzenbeamte ihres Ministeriums rechnen nun jedoch mit einem "deutlich niedrigeren Betrag". Laut Gesetzentwurf, den SPD und Grüne in dieser Woche einbringen wollen, sollen umsatzstarke Apotheken künftig doch keinen höheren Anteil ihrer beim Pharmagroßhandel erzielten Rabatte an die Kassen abgeben als kleinere Apotheken. Ministerin Schmidt hatte bislang angekündigt, Apotheken sollten "ihrer Leistungsfähigkeit entsprechend höher belastet werden". Korrigieren muss Schmidt auch ihr Vorhaben, die Pharmaindustrie zu Preisabschlägen von fünf Prozent zu zwingen. Dem Entwurf zufolge sollen die Medikamentenhersteller ihre Preise nur um vier Prozent senken für maximal zwei Jahre. Wirtschaftsminister Werner Müller drängt zudem darauf, den Sparbeitrag der Industrie sogar noch weiter zu drücken. Gerettet hat Schmidt ihren Plan, Ärzte künftig verstärkt statt teurer Originalmedikamente preiswerte Nachahmerpräparate verordnen zu lassen. Spitzenbeamte warnten die Ministerin jedoch davor, "unrealistische Erwartungen" zu haben. Anders als Schmidt erwarten sie nicht, dass sich die Verschreibepraxis kurzfristig ändern wird.

DER SPIEGEL 41/2001
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GESUNDHEIT:
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