08.10.2001

TV-UNTERHALTUNG„Richtig auf die Schnauze“

Nach dem Quotenabsturz seines mit viel Werbung gestarteten Promi-Talks "Blind Dinner" (Sat.1) wird der Entertainer Jürgen von der Lippe nicht mehr so schnell für neue TV-Shows zur Verfügung stehen. "Mein Selbstvertrauen als instinktsichere Unterhaltungsgranate hat schwer gelitten", sagt der 53-Jährige und verabschiedet sich bis Ende des Jahres auf eine Deutschland-Tournee, "wo eher mit Streicheleinheiten des Publikums zu rechnen ist". "Blind Dinner", das pro Folge rund 500 000 Mark gekostet haben soll, hatte vergangene Woche nur noch einen Marktanteil von 4,5 Prozent erreicht. "Das ist nicht schlecht, sondern katastrophal", gibt von der Lippe zu. Sat.1-Chef Martin Hoffmann zog danach die Notbremse und will die restlichen der bereits produzierten Folgen nach einer dreiwöchigen Pause am späten Sonntagabend in neu geschnittener Kurzversion senden. Für von der Lippe wäre sogar ein Totalstopp denkbar: "Ich bin gar nicht mehr in der Position, irgendwas fordern zu können." Erst kürzlich war er von der ARD zu Sat.1 gewechselt, wo intern schon nach der ersten "Blind Dinner"-Abnahme "blankes Entsetzen" herrschte: "Das war offener Kanal mit Vollpension", sagen Verantwortliche, wollten und konnten ihrem neuen Star aber nicht ins Konzept pfuschen. "Ich versuche gerade", sagt von der Lippe nun selbstkritisch, "zum ersten Mal in 20 Jahren Showgeschäft das Erlebnis zu verarbeiten, richtig auf die Schnauze zu fallen." Erst Anfang nächsten Jahres will er sich mit Sat.1 über neue Projekte unterhalten.

DER SPIEGEL 41/2001
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