08.10.2001

WERBUNGGlück ohne Namen

Wenn man Glück fotografieren könnte, wie sähe es dann aus? Selbstbewusst, ein bisschen lasziv, so wie die junge Frau aus der "Cola"-Werbung? Oder verkörpert die "Rama"-Familie das Glück, ein harmonisches Bild fröhlicher Menschen, die Butter-Ersatz futtern dürfen? Eine Ausstellung im Berner Museum für Kommunikation zeigt jetzt, wie Werbebotschaften Glück darstellen wollen. Gezeigt werden Plakate, von denen die Ausstellungsmacher Produktnamen, Logos und Texte entfernt haben. Übrig bleibt dann eine freundliche Frau mittleren Alters, die zufrieden und nicht mehr ganz faltenfrei in die Kamera lächelt. Wie aufdringlich sie ihr Glück verkündet, merkt man erst jetzt, da der "Nivea"-Schriftzug nicht mehr stört. Ein anderer Teil der Ausstellung ist der Geschichte der Heilsversprechen gewidmet, aufgezeigt an der Auto-Reklame: Früher reichte es zu suggerieren, schon der Besitz eines Kraftwagens mache glücklich, heute muss die Verheißung von Individualität, Sicherheit oder Status hinzukommen. Die Ausstellung "Happy. Das Versprechen der Werbung" läuft noch bis zum Sommer 2002.

DER SPIEGEL 41/2001
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WERBUNG:
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