08.10.2001

GROSSBRITANNIENZum Operieren nach Germany

Ende dieses Monats reist Jackie Whatley, 60, nach Deutschland - die Britin ist in bahnbrechender Mission als Krankenhaus-Touristin unterwegs. Die Rentnerin aus der Grafschaft Wiltshire, westlich von London, leidet an schwerer Arthrose des Kniegelenks, wartet aber seit 22 Monaten auf einen Operationstermin. Der staatliche Nationale Gesundheitsdienst (NHS) hat ihr jetzt die Kostenerstattung zugesagt, wenn sie sich im St. Elisabeth Krankenhaus in der pfälzischen Kleinstadt Rodalben ein künstliches Kniegelenk einsetzen lässt. Für Reise und Unterkunft nach dem Eingriff muss die Patientin allerdings selbst aufkommen. Großbritanniens Gesundheitsminister Alan Milburn sah sich gezwungen, einen peinlichen Kurswechsel anzukündigen. Bisher hatte die Labour-Regierung sich stets geweigert, auf Operationen wartende Patienten ins Ausland zu schicken. Da aber noch immer mehr als eine Million Briten auf einen Termin im Krankenhaus warten und Besserung beim krankgesparten Gesundheitssystem nicht in Sicht ist, will Milburn jetzt Kapazitäten in Hospitälern auf dem europäischen Festland nutzen. Die Reise von Jackie Whatley, so prophezeit die Londoner "Daily Mail", werde die "Schleusen für Hunderte öffnen".

DER SPIEGEL 41/2001
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