08.10.2001

ARCHÄOLOGIEBeile am Meeresgrund

Der älteste Werkzeugfund, der jemals auf dem Meeresboden gemacht wurde, ist dem südafrikanischen Unterwasserarchäologen Bruno Werz gelungen. Bei dem Versuch, ein Wrack aus dem 17. Jahrhundert freizulegen, stieß der Forscher im Schlick auf drei Steinzeit-Äxte, die zwischen 300 000 und 1,4 Millionen Jahre alt sein dürften. Da der Archäologe in der Nähe der Fundstelle auch die fossilen Knochen von Nashörnern und einen Nashornzahn bergen konnte, nimmt er an, dass die Äxte ihren Besitzern als Werkzeug dienten, um Nashornkadaver zu zerteilen. Der Meeresspiegel rund um das Kap der Guten Hoffnung war zu der Zeit, aus der die Artefakte stammen, laut Werz "etwa zehn Meter niedriger als heute". An der Stelle der Meeresbucht Table Bay vor Kapstadt, auf deren Boden Werz die Steinzeit-Äxte entdeckte, erstreckten sich damals vermutlich ein Flussdelta und ein fruchtbares Tal, in dem Büffel und Nashörner weideten.

DER SPIEGEL 41/2001
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