08.10.2001

Belletristik: Die SPIEGEL-Redaktion empfiehlt Romane und Erzählungen aus der Herbstproduktion: verzwickte Familiendramen, melancholische Verlustbilanzen und Beschwörungen historischer Kriminalfälle - Unterhaltsames, Spannendes und Anspruchsvolles für die Zeit nach dem Messetrubel.PUTZEN ALS HAPPY-END

Der Italiener Paolo Teobaldi entsorgt mit Witz den Müll einer Ehe.
Tizio ist von seiner Frau verlassen worden, deren Verwandtschaft ja schon immer ahnte, daß er zum Ehemann und Ernährer nicht tauge. Tatsächlich ist der Gute nicht so gewieft wie die Fleischgroßhandels-Sippe seiner Frau. Doch der Ex-Wissenschaftler, Ex-Redakteur, Ex-Hafenbeamte bewältigt das Alleinleben mit be- freiendem Aktionismus: Er räumt auf, schrubbt und trennt sich von allem, was die Gattin nie wegwerfen wollte: von uralten Päckchen mit Vanillepudding, angestaubten Röntgenbildern und den Schnullern der längst erwachsenen Söhne. Er vertreibt vertraute Gerüche, bis jedes Zimmer nach Zukunft duftet, und fühlt sich mit jedem Müllbeutel besser. Bis er sich mal wieder mit einem neuen Job abfinden muss - bei der Müllabfuhr. Paolo Teobaldi, 54, hat mit "Der Duft der Dinge" ein heiteres Buch über ein leidiges Thema verfasst, voll gescheiter Beobachtungen über das Leben, die Ehe und Qual-Verwandtschaften, geschrieben mit Witz und Sympathie für den überdurchschnittlich weisen Durchschnittsmann Tizio. ULRIKE KNÖFEL
Von Ulrike Knöfel

DER SPIEGEL 41/2001
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