08.10.2001

RückspiegelZitate

Die „Tageszeitung“ zum SPIEGEL-Bericht „Parteien - Dialekt statt Dialektik“, wonach die PDS-Chefin Gabi Zimmer sich als Fehlbesetzung entpuppt und die eigenen Genossen versuchen, sie vor der Öffentlichkeit zu verstecken (Nr. 40/2001):
Was macht die Vorsitzende einer Partei, der in einem vernichtenden Text im SPIEGEL gerade bescheinigt wurde, sie sei eine glatte Fehlbesetzung? Sie erwähnt bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt nach Erscheinen des Artikels diesen Text mit keiner Silbe. Aber sie tut nicht etwa so, als gebe es ihn nicht. Die Parteichefin gibt vielmehr versteckte Zeichen an die Öffentlichkeit und die eigenen Genossen. Sie gibt zu erkennen, dass sie den Text gelesen hat, ihn aber natürlich für Schwachsinn hält. Gabi Zimmer, der PDS-Vorsitzenden, ist vom SPIEGEL gerade bescheinigt worden, sie sei eine glatte Fehlbesetzung: "Wo Gysi früher feinste Dialektik zu bieten hatte, hat Zimmer nur thüringischen Dialekt im Angebot." Die eigenen Genossen würden versuchen, Zimmer vor der Öffentlichkeit zu verstecken. Bei ihrer Pressekonferenz am Montag erwähnt Zimmer den Text mit keiner Silbe. Aber sie spricht, völlig unüblich für die blasse Parteichefin, während ihres Auftrittes mindestens zehnmal in der Ich-Form. Ganz demonstrativ. ICH habe den Programmentwurf erarbeitet, ICH habe die Unterstützung meiner Partei. Eine Verzögerung der Programmdiskussion ist mit MIR nicht zu machen.

DER SPIEGEL 41/2001
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