29.10.2001

SPRACHEDampf ablassen beim „Gopfridstutz“

Pedale treten, das tut der Eidgenosse nicht auf dem Fahrrad - er hat ja sein Velo. Auch dass Autos bei den Helvetiern "parkiert" werden, wissen Grenzlandbewohner seit langem. Was aber sind die "Schmier", wo darf man "pfuusen", und warum stöhnen Geschäftsleute über "zwenig Spatzig"? Der Wahlschweizer Christian Scholz, 50, hat Mitmenschen belauscht. Nun stellt er in der Kollektion "Neue Schweizer Wörter" (Verlag Huber, Frauenfeld; 27,30 Mark) seine Funde vor: Vom ehrwürdigen "Böögg", dem Wintergeist aus Ästen und Pappe, der beim alljährlichen Zürcher "Sechseläuten" in Flammen aufgeht, bis zum hastigen "Äxgüsi" (Darf ich mal vorbei?) in der voll besetzten "Tram". Ein Hauptergebnis: Die ruhigen Zeiten sind passé. Anstatt im Bett zu "pfuusen", stehen Helvetier immer häufiger unter Stress: Ob der Dienst "zwenig Spatzig" (nicht genug Spielraum) bietet oder auf der Straße die "Schmier" (Verkehrspolizisten) lauern - sprachlich gesehen wird das Leben offenbar immer härter. Zum Glück allerdings hilft meist ein herzhaftes "Gopfridstutz" (verflixt noch mal) über den Ärger hinweg.

DER SPIEGEL 44/2001
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SPRACHE:
Dampf ablassen beim „Gopfridstutz“

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