10.06.2002

GEWERKSCHAFTENSommers Eiertanz

Der neue DGB-Vorsitzende Michael Sommer hat Probleme mit seiner Glaubwürdigkeit. Vor zwei Wochen hatte der frisch gewählte Gewerkschaftsboss unionsnahe Arbeitnehmervertreter mit der Erkenntnis überrascht, er "glaube persönlich nicht daran, dass es für Rot-Grün reicht". Eine Große Koalition, so Sommer, wäre "vielleicht die große Chance, das machen zu müssen, was uns nach vorn bringt, ohne dass gebremst wird". Als die Äußerungen des DGB-Chefs bekannt wurden, war man in der SPD irritiert; noch tags zuvor hatte Sommer Bundeskanzler Gerhard Schröder öffentlich den Rücken gestärkt. Sommer ruderte daraufhin zurück und bezeichnete in einem Brief an seine Funktionäre die Meldungen als "Gerüchte" und "Spekulationen". Zu dumm: Zwei Journalisten waren Zeugen der Äußerung, die Sommer nun bestreitet. Seine Annäherung an die Union setzt der Gewerkschaftsführer indes fort: Am vergangenen Freitag sagte er vor dem Vorstand der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft, die Gewerkschaften seien "nicht der verlängerte Arm der SPD". Kommenden Montag spricht Sommer gar auf dem Wahlparteitag der CDU.

DER SPIEGEL 24/2002
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 24/2002
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

GEWERKSCHAFTEN:
Sommers Eiertanz