10.06.2002

TV-KABELGalgenfrist für Ish

Mit Hilfe des Wohlwollens seiner Gläubiger hat sich der angeschlagene TV-Kabelnetzbetreiber Ish eine weitere Galgenfrist erkämpft. In hektischen Verhandlungen mit Banken und Gläubigern erreichte das Unternehmen in der vergangenen Woche einen vorläufigen Aufschub der Zahlungen. So stunden Großgläubiger wie die Deutsche Telekom ihre Forderungen für die Bereitstellung von Mietleitungen auf vier Monate. Auch andere Großunternehmen stellten ihre Zahlungsforderungen zurück. Außerdem schossen die beteiligten Banken einen Überbrückungskredit in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrags nach. Allerdings sind die Zahlungen an Auflagen geknüpft: Der amerikanische Ish-Hauptgesellschafter Callahan, der das NRW-Kabel vor zwei Jahren für rund vier Milliarden Mark von der Deutschen Telekom kaufte, muss sich nach weiteren Investoren umsehen. Zudem muss das Unternehmen mit seinen ehemals 2400 Beschäftigten weitere Sparprogramme auflegen. Experten halten es allerdings für fraglich, ob dies ausreichen wird, den auch wegen technischer Mängel in Verruf geratenen Kabelnetzbetreiber vor der Pleite zu retten.

DER SPIEGEL 24/2002
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