10.06.2002

DEUTSCHE TELEKOMLeitungen tot

Mit dubiosen Aktionen verwirrt die Deutsche Telekom einen ihrer schärfsten Kritiker, die Telefon-Einkaufsgemeinschaft Communitel. Nur wenige Tage nachdem Communitel-Gründer Bernd Stötzel anhand von Statistiken nachgewiesen hatte, dass ein Großteil der Telekom-Rechnungen offenkundig fehlerhaft ist (SPIEGEL 22/2002), standen in mehreren ostdeutschen Verlagsgesellschaften die Telefone still. Betroffen waren der Blickpunkt Verlag in Potsdam, die Brandenburgische Anzeigenzeitung und die Blickpunkt Werbe- und Verlagsgesellschaft. In allen Firmen fungiert Communitel-Gründer Stötzel als Mitgesellschafter. Obwohl der Ex-Monopolist gesetzlich verpflichtet ist, Sperrungen von Anschlüssen 14 Tage im Voraus anzukündigen, waren die Leitungen in den drei Verlagen urplötzlich für mehrere Tage tot. Zahlungsverzug gab es keinen, Begründungen oder Erklärungen der jeweiligen Kundenniederlassungen ebenso wenig. Die Telekom-Zentrale in Bonn bestätigt den merkwürdigen Vorgang, hat aber keine Erklärung für die lahm gelegten Anschlüsse und bestreitet lediglich, dass es sich um eine Art Racheakt gehandelt habe.

DER SPIEGEL 24/2002
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DEUTSCHE TELEKOM:
Leitungen tot

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