10.06.2002

BANKAKTIENHässliche Mauerblümchen

Anscheinend kennen die Aktienkurse der deutschen Großbanken nur noch eine Richtung: nach unten. Dabei notieren die Commerzbank und die HypoVereinsbank sogar unter und die Deutsche Bank nur knapp über ihrem Buchwert. Mit moderaten Kurs-Gewinn-Verhältnissen sind die Institute im internationalen Vergleich sehr billig. Potenzielle Käufer, vor allem aus den USA, schrecken dennoch vor Übernahmen zurück. Der Grund: Die US-Banker trauen sich wegen des schwierigen Marktumfelds in Deutschland nicht zu, ihre Frankfurter Konkurrenten zu managen. Einerseits könnten sie den immer noch durch die öffentliche Hand gestützten Sparkassen sowie den Genossenschaftsbanken keine nennenswerten Marktanteile abringen. Andererseits sind die großen privaten Institute - also Deutsche Bank, Commerzbank und HypoVereinsbank - hier zu Lande viel stärkeren Einflüssen von außen, beispielsweise durch die Bankenaufsicht oder die Gewerkschaften, ausgesetzt als in Amerika. Viele Fondsmanager fürchten zudem weitere böse Überraschungen im Kreditportfolio der Geldhäuser - etwa in China, dessen Bankensektor ebenfalls auf sehr brüchigen Fundamenten steht. Deshalb aber ließen große institutionelle Investoren die Banken "wie hässliche Mauerblümchen links liegen", so ein Frankfurter Aktienhändler.

DER SPIEGEL 24/2002
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