10.06.2002

ENTERTAINMENT„Da blutet das Herz“

RTL-Moderator Oliver Geißen, 32, über den Erfolg von TV-Nostalgie-Shows und eigene Frühpensionspläne
SPIEGEL: Sind Sie traurig, dass auch die Achtziger nur zehn Jahre haben?
Geißen: Der gesamte Sender ist traurig. Aus wirtschaftlicher Sicht war unsere "80er-Show"-Serie eine überaus erfolgreiche Sendung. Da blutet das Herz natürlich doppelt.
SPIEGEL: Warum lehnen Sie dann ab, eine "70er-" oder "90er-Show" zu moderieren?
Geißen: Man muss sehen, wie man so eine Sendung aufbereiten könnte. In den siebziger Jahren war ich ein Kind, da habe ich kaum Erinnerungen. Vielleicht ginge es gemeinsam mit einem zweiten Moderator. Es gibt aber viele Überlegungen, die wir in der Sommerpause durchspielen.
SPIEGEL: Also doch eine neue Rückblick-Show mit Geißen?
Geißen: Ablehnen kann ich das natürlich nicht. Wir wissen nur nicht, ob wir andere Jahrzehnte ähnlich gestalten könnten. Sicher ist, dass wir schon im Herbst eine große Show machen wollen - mit der "80er-Show" als Vorlage. Ob ich die Sendung dann moderieren werde, ist eine andere Frage. Ich bin aber involviert. Man sollte nie eine Sendung ohne einen Moderator entwickeln.
SPIEGEL: Angeblich wollen Sie dieses Jahr Ihre tägliche Nachmittags-Talkrunde beenden.
Geißen: Mit der "Oliver Geissen Show" ist ganz sicher nicht Schluss. Nach drei Jahren überlegte ich nur, ob mir das Format noch Spaß macht. Aber wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass es mindestens noch ein Jahr weitergeht.
SPIEGEL: Umso überraschender, dass Sie ankündigten, in fünf Jahren sei Schluss mit Fernsehen. Ist das nicht karrierefeindlich? Oder nur Koketterie?
Geißen: Gemeint ist das Auftreten vor der Kamera. In fünf Jahren kommen meine Kinder in die Schule, und ich möchte nicht, dass sie unter meiner Fernsehbekanntheit leiden. Eigentlich hoffe ich, dass ich in den fünf Jahren ein bisschen an Popularität verliere. Aber natürlich werde ich weiter in den Medien arbeiten, vielleicht produzieren.

DER SPIEGEL 24/2002
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