10.06.2002

Kimeli Naiyomah

Kimeli Naiyomah , 25, kenianischer Medizinstudent vom Stamm der Massai, rührte mit seinen Erzählungen die Stammesbrüder zu einer großherzigen Geste. Der angehende Arzt war jüngst von seinem Studium in den USA in den heimischen Kral zurückgekehrt, wo kaum einer von dem Terroranschlag auf das World Trade Center etwas wusste. Naiyomah erzählte den Massai darüber Geschichten, die sie erschütterten und ihnen das Gefühl gaben, dass sie etwas tun sollten. Sie schenkten in einer feierlichen Zeremonie "dem Volk von Amerika, um ihm zu helfen", 14 Kühe. Eine Kuh ist bei den Hirten und einst gefürchteten Kriegern mehr als eine Quelle für Milch und Fleisch, mehr als nur Besitz, sie ist etwas Heiliges. Umso sonderbarer erscheint da die Äußerung des stellvertretenden Amtschefs der US-Gesandtschaft in Nairobi, als er vergangene Woche die Kühe entgegennahm. William Brancick bedankte sich für die Gabe und sagte, ganz pragmatischer Amerikaner, der Transport der Tiere würde wohl schwierig sein, weshalb die Botschaft wahrscheinlich die Kühe verkaufen und für den Erlös Massai-Schmuck kaufen werde.

DER SPIEGEL 24/2002
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 24/2002
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

Kimeli Naiyomah

  • Kuriose Operation: Flügeltransplantation für Schmetterling
  • Versprecher von FDP-Chef Lindner: Thüringen statt Syrien
  • Silberameise: Die schnellste Ameise der Welt
  • Eklat im Weißen Haus: Pelosi bricht Treffen mit Trump ab