15.07.2002

ERNÄHRUNGVitamine gegen Gewalt

Paprika und Äpfel können beruhigend wirken und hilfreich gegen Gewalt sein. Dass Obst und Gemüse nicht nur der Gesundheit, sondern auch dem sozialen Frieden dienen, melden Forscher der Universität Oxford. Für ihre Ernährungsstudie untersuchten die Wissenschaftler 230 verurteilte Jugendliche in einem Hochsicherheitsgefängnis im englischen Aylesbury. Neun Monate lang schluckte die Hälfte der Männer Pillen, die Vitamine, Mineralien und Fettsäuren enthielten. Die andere Hälfte bekam Placebo-Tabletten. Die Forscher verglichen die Vergehen der Häftlinge vor und während der Versuchsphase. Sie stellten fest, dass das Aggressionsverhalten der Placebo-Gruppe gleich blieb. Dagegen minderten sich bei den vitaminschluckenden Männern die Regelverstöße um etwa 25 Prozent, schwere Übergriffe wie Gewalt gegen Mithäftlinge oder Gefängnispersonal sogar um 40 Prozent. Was in Aylesbury funktioniert hat, glaubt der Forschungsleiter Bernard Gesch, funktioniere wohl auch in Gefängnissen anderswo. Allerdings sieht er ein Problem: "Die Häftlinge essen nicht gern gesund. Die meisten wollen immer nur Hamburger und Fritten."

DER SPIEGEL 29/2002
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