15.07.2002

KINDERFERNSEHENAidskranker Ernie?

Einen ungewöhnlichen Weg der Aids-Bekämpfung geht künftig das südafrikanische Bildungsministerium: Im Mittelpunkt der dortigen "Sesamstraßen"-Produktion wird bereits ab der nächsten Staffel eine HIV-infizierte Figur stehen. Die neuen "Sesamstraßen"-Folgen sollen schon bei Kindern im Vorschulalter eine "offene Diskussion über Sexualität" ermöglichen und "Schutzmöglichkeiten gegen Aids" aufzeigen, aber auch ein "Bewusstsein für den Tod" schaffen. Entwickelt wurde das Sendekonzept gemeinsam vom Bildungsministerium, den lokalen Produzenten und der US-amerikanischen Entwicklungshilfebehörde. Die weltweit in 150 Ländern ausgestrahlte "Sesamstraße" läuft erst seit zwei Jahren in Südafrika und richtet sich dort vor allem an jenen Großteil der Kinder, die keinen Zugang zu formalen Bildungsstrukturen haben. Der Umgang mit Aids sei für südafrikanische Kinder ein "essentielles Element ihrer sozialen Entwicklung", so Gloria Britain, Sprecherin des Staatssenders SABC. Mehr als elf Prozent der südafrikanischen Bevölkerung sind mit dem HI-Virus infiziert, davon allein 250 000 Kinder unter 15 Jahren.

DER SPIEGEL 29/2002
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