15.07.2002

SERExtrawurst für Banken?

Die in der vergangenen Woche eingeleiteten Ermittlungen der Koblenzer Staatsanwaltschaft gegen Manager der Westerwälder Software-Firma SER wegen Verdachts auf Untreue und Insolvenzverschleppung bringen nicht nur den Ex-Chef und Firmengründer Gert Reinhardt in Bedrängnis. Sollte sich nach der groß angelegten Durchsuchungsaktion vom Donnerstag herausstellen, dass der einstige Senkrechtstarter am Neuen Markt schon lange vor seinem Insolvenzantrag am 4. Juli in Geldnöten war, könnten auch die finanzierenden Banken unter Druck geraten, darunter die Commerzbank, die Landesbank Baden-Württemberg und die Düsseldorfer IKB-Bank. Bereits Anfang des Jahres gab es Hinweise auf akute Zahlungsprobleme bei der Software-Firma. Um zumindest einen Teil ihrer Darlehen zu retten, verpflichteten die Banken Unternehmenschef Reinhardt, große Teile der SER zu verkaufen und mit dem Erlös die Kredite zurückzuführen. Das US-Geschäft wurde inzwischen zwar abgegeben, doch die Kreditinstitute gingen bislang leer aus. Sollte sich der Verdacht von Aktionärsschützern erhärten, dass die SER-Manager schon damals vor der Pleite standen, könnten die Ermittlungen auch auf die Rolle der Banken ausgedehnt werden.

DER SPIEGEL 29/2002
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