15.07.2002

IRAKGut gerüstet für den Ernstfall

Während US-Präsident George W. Bush erst vergangenen Montag wieder drohte, "mit allen Mitteln" Saddam Hussein von der Macht zu vertreiben, intensiviert der Despot seine Vorbereitungen auf einen amerikanischen Militärschlag. Nahezu täglich bestellt der Diktator hohe Offiziere und die Chefs seiner Geheimdienste ein, um die ausgearbeiteten Notstandspläne persönlich zu überprüfen. Für Anfang dieser Woche hat Saddam eine Zusammenkunft des Parlaments anberaumt. In der Sondersitzung sollen ihm die Abgeordneten Vorschläge unterbreiten, wie sich das Land zusätzlich auf US-Angriffe vorbereiten könnte. Inzwischen geht auch die Führung in Bagdad davon aus, dass Bush zumindest schwere Luftangriffe anordnet. Um dafür gerüstet zu sein, versucht Saddam nach Informationen arabischer Geheimdienste seit längerem, mit Hilfe der Ukraine seine Flugabwehr zu modernisieren. Die Regierung in Kiew weist diesen Verdacht allerdings zurück. Aber US-Geheimdienste verfügen über Aufzeichnungen von Gesprächen, in denen der Irak sehr konkrete Waffen-Wünsche äußert. So soll Bagdads Vizeministerpräsident Hikmat Misban al-Asawi erst vor wenigen Wochen die Ukraine besucht haben, um Waffentechnik einzukaufen. Zudem arbeiten Saddams Techniker am Ausbau der Bunkersysteme. In Tunneln entstehen Ersatzstudios für TV- und Radioausstrahlungen sowie Fluchträume für die Führung. Auch auf die Zerstörung der zahlreichen Brücken durch US-Bomben ist Saddam bereits vorbereitet. Damit das am Tigris gelegene Bagdad für die Führung nicht zur Falle wird, stehen Pontonbrücken bereit.

DER SPIEGEL 29/2002
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IRAK:
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