15.07.2002

Silvio Berlusconi

Silvio Berlusconi , 65, Ministerpräsident Italiens, schreckt vor nichts zurück. Als Spezialist für Fußball und Architektur, als quasi gelernter Gärtner und Maurer, nervt der politisierte Medienmogul, der sich in aller Bescheidenheit als "Arbeiterpräsident" feiern lässt, obwohl er sich eher "wie Napoleon" fühlt, seine Entourage schon lange. Nun sucht er den Erfolg auch im Schlagergeschäft. Mit dem Sänger und Komponisten Tony Renis - bekannt durch den sechziger Jahre-Ohrwurm "Quando, quando, quando" - will er eine CD produzieren: Musik von Renis, Texte von Berlusconi, Gesang von beiden, mit Hilfe weiterer Künstler. Natürlich hat der in Rom regierende Multimilliardär "eine herrliche Stimme", wie Renis nach einem Abend in Berlusconis Wochenendhäuschen schwärmte, und "spielt Klavier". Hat der junge Silvio doch sein Geld als Sänger und Conférencier auf Kreuzfahrtschiffen verdient. Das einzige Problem des Multitalents: Weil er sich um alles selbst kümmern muss, von den Lampen und Geranien im Regierungspalast bis zu den Sesselbezügen und Wanddekorationen bei Staatsbesuchen, bleibt ihm nur wenig Zeit zum Dichten. Weihnachten 2003 könne es schon werden, ließ das Duo vorsorglich durchblicken, ehe das Werk, dessen Erlös dem Uno-Kinderhilfswerk Unicef zufließen soll, die Hitparaden erobert.

DER SPIEGEL 29/2002
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