18.08.1980

Weniger „Kojak“, mehr „Aspekte“

Die westdeutschen Fernsehanstalten müssen ihre Programme und Sendezeiten überdenken. Denn, so zeigt eine Untersuchung von Medienforschern, die Gewohnheiten der Fernsehzuschauer haben sich in den vergangenen vier Jahren überraschend geändert: Der Durchschnittsbürger verbringt weniger Zeit als ehedem vor dem Bildschirm und ist mit anspruchsloser Kost nicht mehr so leicht zufriedenzustellen. Im Monatsschnitt, das ermittelte die Studie "Tendenzen im Zuschauerverhalten", sahen Erwachsene 1979 vier Stunden, Kinder zweieinhalb Stunden weniger fern als noch 1976. Weniger als früher interessieren dabei offenbar vor allem Unterhaltungsserien mit US-Krimis, Western und Science-Fiction-Filmen. Stabile Einschalt-Quoten hingegen wiesen die Nachrichten- und Magazinsendungen auf. Daß die Fernsehzuschauer informative und anspruchsvollere Programme zunehmend bevorzugen, zeigte sich auch an den gestiegenen Quoten für politische und kulturelle Sendungen, etwa "Aspekte", "Kennzeichen D" oder ,Bürger fragen - Politiker antworten", Übertragungen klassischer Musik oder Verfilmungen von Geschichte und Literatur. Die Zuschauer, so schließen die Autoren Wolfgang Darschin und Bernward Frank, seien "nüchterner", weniger passiv als früher und vom TV-Programm "immer schwerer zu begeistern".

DER SPIEGEL 34/1980
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