18.08.1980

Konkurrenz für Trauben und Zucker

Noch immer werden jährlich etwa 8000 Tonnen Marihuana - zwei Drittel des US-Konsums - aus Kolumbien in die Staaten geschmuggelt. Aber mittlerweile gewinnt der (illegale) Anbau des Hanfabkömmlings auch in Kalifornien und auf Hawaii schon ökonomische Bedeutung. Wie das "Wall Street Journal" jetzt in einer Serie über den "Hasch-Handel" aufdeckte, lag der Umsatz der kalifornischen Marihuana-Anpflanzer 1979 schon nahe an einer Milliarde Dollar, soviel wie die kalifornische Traubenernte einbrachte, Allein im Mendocino County, einem der fünf Hauptanbaugebiete nördlich von San Francisco, wurden die
"Marihuana-Einnahmen" von der Landwirtschaftskammer in ihrem Ernte-Jahresbericht mit 80 Millionen Dollar ausgewiesen. In Hawaii hat der Marihuana-Umsatz den der Zuckerindustrie, bislang Nummer eins, übertroffen. Für bestimmte Sorten des Hanfkrauts, wie "California purple sinsemilla", werden bis zu 250 Dollar je Unze bezahlt, dreimal soviel wie für Importware. Das beliebte Kraut enthält mehr von dem Haschisch-Wirkstoff Tetrahydrocannabinol als die kolumbianischen Importe.

DER SPIEGEL 34/1980
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