30.09.2002

RückspiegelZitate

Die „Süddeutsche Zeitung“ zum SPIEGEL-Bericht „Katholische Kirche - Vertuschen und versetzen“ über Kindesmissbrauch durch Geistliche (Nr. 29/2002):
Überhaupt haben die katholischen Bischöfe in der Frage, wie mit sexueller Gewalt in der Kirche umzugehen sei, einen rasanten Lernprozess hinter sich. Noch auf der Frühjahrs-Vollversammlung in Stuttgart hatten sie lediglich eine Arbeitsgruppe unter dem Fuldaer Weihbischof Kapp eingesetzt; im Juni hatte der Ständige Rat der Bischofskonferenz entschieden, dass der Umgang mit dem Thema Sache jedes einzelnen Bistums sei und einen ersten Entwurf für gemeinsame Richtlinien wieder in der Schublade verschwinden lassen. Doch dann kam der Bericht des SPIEGEL über einen angeblichen Missbrauchsfall im Bistum Mainz, der Diözese des Bischofskonferenz-Vorsitzenden Kardinal Karl Lehmann; und es wurden weitere Fälle in der Öffentlichkeit bekannt. Auf einmal schien der Kirche in Deutschland die gleiche Vertrauenskrise bevorzustehen wie der in Amerika - obwohl es in Deutschland weniger Missbrauchsfälle gibt. Das Drängen von Papst Johannes Paul II. nach konsequenter Aufarbeitung dürfte auch die letzten Bedenkenträger überzeugt haben, dass die katholische Kirche gar keine andere Wahl habe, als sich auf ein klares, konsequentes und einheitliches Vorgehen zu einigen.

DER SPIEGEL 40/2002
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