07.10.2002

FINANZENStruck gegen Mathiopoulos

Verteidigungsminister Peter Struck dreht einem Forschungsinstitut der umtriebigen Politologin Margarita Mathiopoulos (FDP) den Geldhahn zu - noch ehe es die Arbeit aufgenommen hat. Der Sozialdemokrat lehnt den Wunsch der Rüstungslobbyistin ab, aus dem Wehretat jährlich 250 000 Euro an ihr "Zentrum für transatlantische Sicherheit und Militärfragen" in Potsdam zu überweisen, das sein Vorgänger Rudolf Scharping im März mit viel Medienrummel aus der Taufe gehoben hatte. Mathiopoulos beruft sich dabei auf ein "Wort" Scharpings - und beteuert deshalb unverdrossen, das Institut werde diese Woche eine vom Land Brandenburg gesponserte Villa beziehen und mit der Arbeit beginnen. Die Professorin, Ehefrau des CDU-Bundestagsabgeordneten Friedbert Pflüger, hatte 1987 fragwürdige Berühmtheit erlangt, als SPD-Chef Willy Brandt zurücktrat - kurz nachdem sein Versuch gescheitert war, sie zur Pressesprecherin zu küren. Im Juli dieses Jahres erregte sie abermals Aufsehen, als sie bei FDP-Chef Guido Westerwelle als Beraterin anheuerte. Struck sieht für eine "Grundfinanzierung" des Potsdamer Instituts aus dem Wehretat "keine rechtliche Basis". Immerhin, für eine von Mathiopoulos geplante Veranstaltung mit dem ehemaligen US-Außenminister Henry Kissinger will er "technische Hilfe" anbieten.

DER SPIEGEL 41/2002
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