13.01.2003

NATOPole an die Spitze?

In der Nato hat eine Diskussion um die Nachfolge des Generalsekretärs George Robertson begonnen. Die Allianz hatte den Lord 1999 an die Spitze berufen, nachdem der damalige Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) abgewinkt hatte. Robertsons Amtszeit endet im Herbst, kann aber um ein Jahr verlängert werden. Der Schotte will bis Anfang Februar entscheiden, ob er dazu bereit ist. Den USA käme das entgegen: Als ihr Wunschkandidat für die Nachfolge gilt Polens Präsident Aleksander Kwasniewski, dem auch in Warschau Ambitionen auf den Prestige-Posten nachgesagt werden. Er kann 2005 nicht noch einmal für das Präsidentenamt kandidieren. Polen hat kürzlich 48 US-Kampfflugzeuge des Typs F-16 für rund 3,5 Milliarden Dollar bestellt und europäische Offerten verworfen. Ex-Kommunist Kwasniewski unterstützt zudem den Irak-Kurs von US-Präsident George Bush, dem er Truppen für einen Feldzug gegen Saddam Hussein angeboten hat. Der im Juli 2002 entlassene Scharping wurde zwar im Spätherbst in der Allianz-Zentrale gesichtet, was Diplomaten dort als Indiz für Interesse an dem Spitzenjob deuteten. Scharping gilt im Bündnis aber als nicht mehr vermittelbar.

DER SPIEGEL 3/2003
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