13.01.2003

CASINOSGefährliches Spiel

Während das klassische Roulettespiel aus der Mode gerät, boomt das Geschäft mit vollautomatischen Zockerstätten: Nach der jüngsten Analyse der Deutschen Hauptstelle gegen die Suchtgefahren, die Ende der Woche veröffentlicht werden soll, spülten Casino-Automaten im Jahr 2001 rund 701,5 Millionen Euro in die Kassen der staatlich konzessionierten Spielbanken - fast doppelt so viel wie 1995. Damit erbringt das so genannte Kleine Spiel, das als die gefährlichste Variante mit dem höchsten Suchtpotenzial gilt, bereits 70,3 Prozent des Gesamtertrags. Suchtexperten werfen den Bundesländern vor, mit der Zulassung immer neuer Automatencasinos das staatliche Glücksspielmonopol zu missbrauchen, das ursprünglich dazu dienen sollte, die Verführung zum Zocken unter öffentlicher Kontrolle zu halten. Mittlerweile achte der Staat hingegen vor allem darauf, so der Bremer Suchtforscher Gerhard Meyer, "wie die lukrative Einnahmequelle ausgebaut werden kann". Je nach Bundesland landen bis zu 90 Prozent der Spielbank-Einnahmen als Abgaben in den Länder- und Gemeindekassen.

DER SPIEGEL 3/2003
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