13.01.2003

ZAHNERSATZGeld zurück

Patienten, denen ohne ihr Wissen Zahnprothesen aus Billiglohnländern eingesetzt wurden, bekommen womöglich eine Rückzahlung. Nachdem dubiose Firmen aufflogen, die billigen Zahnersatz etwa aus Thailand oder China bundesweit zu deutschen Höchstpreisen verkauft hatten (SPIEGEL 48/2002), wollen mehrere Krankenkassen wie die AOK und die Innungskrankenkassen ihren Mitgliedern zu viel gezahltes Geld erstatten. Wer sich künftig bewusst für Billig-Prothesen entscheidet, soll entsprechend weniger zuzahlen müssen. Bisher hatten sich Vermittlerfirmen und Zahnärzte illegal die Profite geteilt. Derzeit ermittelt die Staatsanwaltschaft Wuppertal primär gegen Manager des Mülheimer Unternehmens Globudent, die weitgehend geständig sind. Demnächst sollen die Unterlagen an Staatsanwälte in ganz Deutschland weitergeleitet werden, die dann gegen die in die Geschäfte verwickelten Zahnärzte ermitteln. Laut Ermittlungsgruppe der AOK Niedersachsen könnten rund 50 Dentalfirmen Schmiergelder gezahlt haben, damit Ärzte Billigprothesen einsetzten, diese aber zu den üblichen deutschen Preisen abrechneten.

DER SPIEGEL 3/2003
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