13.01.2003

SACHBUCHSo war die Zukunft

Es gibt Erfindungen, die die Welt nicht braucht, die Eierköpfmaschine zum Beispiel oder den elektrischen Sockenvorwärmer. Andere Einfälle hätten durchaus Weltkarriere machen können, wenn sie zur rechten Zeit oder am rechten Ort gekommen wären. Der Schiffsantrieb per Walzensegel beispielsweise. Das sieht aus, als hätte jemand eine große Garnrolle auf einen Frachter gebaut. Diese Walze dreht sich, vorbeiströmender Wind erzeugt einen Unterdruck, der das Schiff nach vorn zieht - wie von einem richtigen Segel, das bei gleicher Geschwindigkeit aber zehnmal größer sein müsste. Mitte der zwanziger Jahre fuhr tatsächlich ein Prototyp auf der Ostsee, doch da war es schon zu spät. Öl wurde billiger, Dieselmotoren wurden immer besser. Die Erfindung landete auf dem Dachboden der Technikgeschichte. Ebenso untergegangen: die Natronlokomotive, der Holzvergaser oder Kunstsprachen wie etwa das 1879 erfundene "Volapük", das kurzzeitig aufblühte, rund eine Million Anhänger fand, als Welt- und Handelssprache dann aber doch zu schwierig war. Der österreichische Schriftsteller Christian Mähr beschreibt diese vergessenen Schätze, im Plauderton und auch für Laien verständlich.
Christian Mähr: "Vergessene Erfindungen". DuMont, Köln; 180 Seiten; 14,90 Euro.

DER SPIEGEL 3/2003
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SACHBUCH:
So war die Zukunft

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