13.01.2003

ISRAEL„Scharon auf die Farm“

Die Stimmen der israelischen Araber könnten die Neuwahlen in Israel entscheiden. Mit 14 Prozent des Wählerpotenzials stellen die Israelis palästinensischer Herkunft, die 19 Prozent der Bevölkerung ausmachen, einen mächtigen Stimmenblock - wenn sie nicht wie bei der Premierswahl 2001 die Stimmabgabe boykottieren. Doch nach der Bestätigung der arabischen Abgeordneten Ahmed Tibi und Asmi Bischara durch den Obersten Gerichtshof vergangene Woche setzen die arabischen Organisationen nun auf eine hohe Wahlbeteiligung. "Mit unseren Stimmen können wir Ariel Scharon stürzen", frohlockt Tibi bereits, "wir werden ihn für immer auf seine Farm zurückbringen." Tatsächlich sind die Wahlchancen Scharons, der durch eine Korruptionsaffäre in seiner Likud-Partei heftig unter Druck steht, nach jüngsten Berichten über fragwürdige Finanzgeschäfte seiner Söhne Gilad und Omri weiter gesunken. Umfragen gaben seiner Partei nur noch einen Vorsprung von wenigen Sitzen vor der Arbeitspartei. Der frühere Arafat-Berater Tibi sowie sein Kollege Bischara waren durch den nationalen Wahlausschuss vom Urnengang am 28. Januar mit dem Vorwurf ausgeschlossen worden, sie lehnten "Israel als jüdischen Staat" ab und befürworteten den bewaffneten Kampf. Dies verwarf das Oberste Gericht.
Im Wahlkampf wollen die beiden Kandidaten, die den Widerstand der Palästinenser gegen die israelische Besatzung unterstützen, vor allem die wachsende Feindschaft der jüdischen Mehrheit gegenüber der arabischen Minderheit Israels thematisieren.

DER SPIEGEL 3/2003
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