13.01.2003

GESTORBENWilfried Hasselmann

Wilfried Hasselmann , 78. "Die Terroristen dürften bei konsequenter Haltung auch kein Wasser bekommen, dann ging's schneller." Mit solchen Sprüchen sorgte der Reserveoffizier nicht nur in Niedersachsen für Aufregung. Dem langjährigen CDU-Politiker, Sohn eines Landwirts, waren seine autoritären Neigungen nie peinlich. Rechts von der Union dürfe kein Raum bleiben, propagierte Hasselmann, als er 1968 Vorsitzender der Christdemokraten in Niedersachsen wurde. Der Erfolg gab ihm Recht. Über Jahrzehnte hinweg blieb er die dominierende Persönlichkeit der Landespolitik - auch wenn ihm die wichtigste Rolle versagt blieb. 1976 wurde nämlich nicht er, sondern Ernst Albrecht Ministerpräsident. Hasselmann war 1970 und 1974 knapp als Kandidat gescheitert und hatte selbst den weithin unbekannten Albrecht ins Rennen geschickt. Bis 1988 hielt das legendäre Tandem. Dann musste Hasselmann seinen Posten als Innenminister räumen, weil er als Zeuge in der Spielbanken-Affäre die Unwahrheit gesagt hatte. In die Politik mischte er sich dennoch ein. Bei den jüngsten Parteitagen verwandte er sich demonstrativ für Spitzenkandidat Christian Wulff. Wilfried Hasselmann starb am 9. Januar in Nienhof bei Celle.

DER SPIEGEL 3/2003
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