13.01.2003

Muammar al-Gaddafi

Muammar al-Gaddafi , 60, Libyens Revolutionsführer, ist bei seiner Annäherung an den Westen weiter vorangekommen. Im vergangenen Oktober hatte er in der Hauptstadt Tripolis die "Miss Net World"-Schönheitskonkurrenz veranstalten lassen. Seine Zustimmung zu dem Event (Motto: "Schönheit rettet die Welt"), wo die Schönste der Welt per Internet gewählt wurde, war ihm von den Organisatoren mit dem Hinweis erleichtert worden, so könnte das schlechte Image Libyens verbessert werden. Als dann die amerikanische Schönheitskönigin Tecca Zendik, 19, in Tränen ausbrach, weil Gaddafi bei der Zusammenkunft mit den 23 Wettbewerberinnen mehrmals das amerikanische Bombardement seines Palastes im Jahr 1986 erwähnt hatte, befahl der Staatschef die Amerikanerin an seine Seite. Zendik: "Er versuchte, mich zu beruhigen", wobei einige Beobachter gesehen haben wollen, dass sich Gaddafis Hand mehrmals Zendiks Knie genähert hatte. Nachdem der Libyer eine Gaddafi-Uhr samt dem grünen Revolutionsbüchlein überreicht und den Wunsch geäußert hatte, Zendik möge beim nächsten TV-Interview die "Botschaft von Oberst Gaddafi überbringen: ,Ich hasse nicht das amerikanische Volk'", war für die Amerikanerin, obwohl sie nicht den Titel "Miss Net World" gewann, die Welt wieder in Ordnung. "Er war very, very, very sweet. Er war unheimlich lieb, wie ein Vater." Vergangene Woche legte Muammar al-Gaddafi ein weiteres Mal nach. Er ernannte die amerikanische Heulsuse zur libyschen Honorarkonsulin.

DER SPIEGEL 3/2003
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